Wie Bauamtsleiter Ralf Artelt jüngst im Bauausschuss den Abgeordneten erklärte, habe man von dem Vorhaben des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) eher durch Zufall erfahren. "Ich wurde von mehreren Flächen-Besitzern angesprochen, die schon dazu angeschrieben wurden", so Artelt. Bei der Potsdamer Behörde habe man ihm bestätigt, dass derzeit ein mecklenburgisches Planungsbüro an einer Machbarkeitsstudie arbeite, um die Ackerflächen als Moorschutzgebiet auszuweisen. "Dass man unsere Verwaltung nicht informiert, ist ärgerlich. Sie haben sich daraufhin gleich mehrfach entschuldigt", so Artelt. Insgesamt geht es um ein riesiges trockengelegtes Gebiet, was früher Moorland war, auf dem rege Torf abgebaut wurde. Als dies endete, wurde es zu Ackerland. "Um daraus wieder Moorland zu machen, muss der Wasserspiegel angehoben werden", so Artelt.
190 Hektar Fläche werden nun untersucht, darunter 130 Hektar Dauergrünland. 150 Flurstücke mit jeweils einer Größe von 0,75 Hektar seien betroffen sowie 8500 Meter Fließgewässer. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises habe laut Artelt mit den Eigentümern bzw. Nutzern der Flächen bereits gesprochen. "Wenn sie dem zustimmen, gäbe es für das Renaturieren auch Fördermittel vom Land, wird die Fläche wieder zum ursprünglichen Moor gemacht, durch Schließen der Gräben und Einbau von Staustufen, um Wasser zu halten, dementsprechend auch Flora und Fauna anzusiedeln", berichtete der Bauamtsleiter. Dann sei darauf allerdings nur noch extensive Grünlandnutzung möglich, statt Kühe könnte auf dem morastigen Gelände nur noch spezielles Vieh, wie und Wasserbüffel stehen - und Ackerbau gänzlich vorbei.
"Dieses Verfahren ist doch eine Frechheit", erboste sich daraufhin der Bauausschuss-Vorsitzende Wolfgang Budack. Schließlich handele es sich um vor Jahrhunderten von den Vorfahren trockengelegte Flächen, die nun wieder abgeben werden sollen. "Jetzt kommen hier schlaue Leute und machen das Areal, wie beim Biber zum Schutzgebiet, sparen sich die Pflege und bekommen dafür auch noch Fördergeld. Stattdessen sollten sie lieber die Suhlen von früher als Wasserspeicher mal freimachen, wieder öffnen", schimpfte Budack und nannte es unmöglich, dass man erst durch die Bürger als Gemeinde vom ganzen Vorhaben informiert werde. "Es wurde ja schon vor Jahren viel Geld in Planungen gesteckt, um das Mühlenfließ zu säubern, nichts geschah. Jetzt wird hier alles einfach biberfreundlich beruhigt", ärgerte sich auch Dieter Nickel, zugleich Landwirt im Ausschuss. "Noch geht es um eine Machbarkeitsstudie, ist kein endgültiger Entschluss, das Vorhaben auch zu realisieren", versuchte Bauamtsleiter Ralf Artelt die Gemüter zu beruhigen. Das half wenig, denn wenn das Land schon Planer dafür in die Spur schicke, werde das Vorhaben am Ende auch umgesetzt, tönte es daraufhin einhellig aus der Ausschuss-Runde..