Schon 2013 hatte der Landesbetrieb Straßenwesen zwischen Berkenbrück und Briesen, in Fahrtrichtung Berlin, auf 3,5 Kilometern Länge den sogenannten Betonkrebs bekämpft. Dieser hat seine Ursache in einer Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR), die den Beton regelrecht aufreißen lässt. Hinzu kam der Schwerlast-Verkehr. Ständig musste repariert werden, es half aber schließlich nur der Austausch des Betons.
Das soll nun auf einem weiteren Abschnitt passieren, auf 2,4 Kilometern Länge, ab der Anschlussstelle Briesen in Richtung Berlin. Auch dort ist der Asphalt voller Flickstellen, gilt nur noch Tempo 100 bis zur Raststätte Berliner Urstromtal. Uwe Glöckner, Sachgebietsleiter des Landesbetriebs Straßenwesen, kündigte am Freitag an, dass die Arbeiten bald losgehen.
Liegt die Schilder-Genehmigung vor, starten die Vorarbeiten kommende Woche - also vor Ostern. Diese betreffen die Fahrtrichtung nach Polen. Die Fahrspur wird eingeengt, das Tempo gedrosselt, denn auf Höhe der künftigen Baustelle muss auf der Ausweichspur das Bankett ertüchtigt werden, damit darauf auch Lastwagen fahren können. Des weiteren werden stärkere Schutzplanken gesetzt. Sind die Vorarbeiten abgeschlossen, soll ab Mai der Verkehr auf beiden Seiten vom Mittelstreifen weggerückt werden. Dort müssen die Überfahrten angelegt werden, um den Fahrzeugstrom auf die Gegenfahrbahn leiten zu können. "Ab Mitte Mai wird der gesamte Verkehr auf die beiden Spuren nach Polen rübergeholt", sagt Glöckner. In den jeweils zwei verengten Spuren pro Fahrtrichtung gilt dann Tempo 80, in den Übergängen sogar nur Tempo 60.
Auf dem dadurch freiwerdenden Abschnitt, der eigentlichen Baustelle, trägt die Firma Berger Bau die alte Betondecke ab, bringt per GPS-gesteuertem Gräder eine AKR-freie Tragschicht ein und zieht die neue Betondecke. Besonderes Material soll auf der Versuchsstrecke die Beton-Griffigkeit erhöhen und den Lärmpegel senken. Glöckner hofft, dass die Hauptleistungen der Maßnahme - Gesamtkosten: 3,5 Millionen Euro - bis Ende Oktober abgeschlossen sind. Ab Mai erfolgen außerdem an beiden Brücken noch kurzzeitig Schutz- und Reparaturarbeiten.