Rund 1000 zum Teil lautstarke Zuschauer, Flutlicht-Atmosphäre, ein Duell um den Spitzenplatz in der Liga sowie ein namhafter und aufstrebender Gegner. Vielleicht war das am Freitagabend einfach alles ein bisschen zu viel für die junge Mannschaft des FSV Union Fürstenwalde. In dieses Horn stießen jedenfalls Trainer Matthias Maucksch und einige Spieler nach dem Abpfiff der Partie im hell erleuchten Berliner Mommsenstadion.
"Die Kulisse war schon sehr beeindruckend. Das haben sich einige wohl zu Herzen genommen. Aber unsere junge Mannschaft kann Erfahrungen sammeln und wir werden die richtigen Schlüssen daraus ziehen", erklärte Maucksch. Auch Routinier Michael Braune fand, dass die "schöne Atmosphäre vielleicht einige Jungs etwas aufgeregt hat". Gleichwohl sprach Rifat Gelici aus, was alle Fürstenwalder nach dem verlorenem Spitzenspiel gegen dem starken Aufsteiger TeBe dachten. "Es sind ja erst sechs Spieltage absolviert. Da ist noch nichts entschieden", sagte der Offensivspieler.
Unterm Strich erlebten die Zuschauer eine rassige Partie, die auf jedem Fall gehobenen Oberliga-Ansprüchen genügte. "Und am Ende haben wir Glück gehabt, dass wir nicht den Ausgleich kassieren. Fürstenwalde hat uns in der zweiten Hälfte kräftig durchgeschüttelt", sagte TeBe-Trainer Daniel Volbert. Die Entscheidung brachte erst ein Elfmeter in der Nachspielzeit, als Braune das Bein stehen ließ und der eingewechselte Ramy Raychouni das Geschenk mit einem eleganten Sturz annahm. "Den Elfmeter kann man geben. Er hat das clever gemacht", sagte Braune ehrlich. Sebastian Huke traf zum 3:1 - allerdings erst im Nachschuss des zweiten Elfmeter-Versuchs.
Zuvor hatten die Zuschauer zwei durchaus unterschiedliche Halbzeiten erlebt. "Wir sind nicht richtig ins Spiel gekommen", sagte Gelici. Das lag zum einem am die Räume immer wieder geschickt zu laufenden Gegner, zum anderen am nervösen, fehlerhaft wirkenden eigenen Spielaufbau. "Und wir haben zu wenig zweite Bälle gewonnen", kritisierte Braune. Das 2:0 zur Pause für die Berliner entsprach deshalb dem Geschehen. Obwohl die Tore unglücklich fielen. Beim 1:0 durch Mehmet Aydin lege Christian Schulze diesem den Ball passgenau auf den Fuß. Und das 2:0 erzielte Ex-Hertha-Profi Lennart Hartmann, als er aus 25 Metern einfach mal drauf hielt.
In der zweiten Hälfte stellte Maucksch auf ein 4-1-4-1-System um. Der körperlich robuste Toni Hager kam für Alexander Wuthe und sollte in der vom starken Enes Aydin organisierten Defensive der Tennis Borussen für mehr Unruhe sorgen. Zudem setzten die Fürstenwalder den Gegner nun deutlich früher unter Druck. Das Ergebnis war das erste Gegentor für Tennis Borussia in der laufenden Saison. Darryl Geurts flankte von links und Hager köpfte zum Anschlusstreffer ein. Danach drängte die Mannschaft auf den Ausgleich, doch der wollte bei Möglichkeiten für Gelici und Paul Milde nicht mehr fallen.
Am Ende feierten sich die Te-Be-Spieler mit ihrem Anhang lautstark als "Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey". Ein Verhalten, dass Maucksch übertrieben fand. "Meine Spieler sollen sich das ruhig merken und im Rückspiel die richtige Antwort geben." Vielleicht können sie dann ja auch selber den diesmal verpassten Sieg feiern.
Tennis Borussia Berlin: Varellmann - Russow, Enes Aydin, Bongartz, Matt, - Hartmann, Elezi - Maaß, Mehmet Aydin (49. Kitzing), Bebua (79. Raychouni) - Huke
FSV Union Fürstenwalde: Filatow - Lemke, Braune, Schulze, Weihrauch (80. Weinert) - Milde, Karaszewski, Wuthe (46. Hager), Gelici - Cankaya - Geurts
Tore: 1:0 Mehmet Aydin (15.), 2:0 Lennart Hartmann (38.), 2:1 Toni Hager (63.), 3:1 Sebastian Huke (90./Foulelfmeter) - SR: Christopher Gaunitz (Leipzig) - Zusch.: 897