Seit Montagnachmittag verkündet ein 9,5 Meter langes Werbebanner die Zukunft. "Hier entsteht der Gewerbepark CCF/IBL-Discount" steht auf der Plane, die Henry Oehme mit einem Kollegen gespannt hat. Damit beauftragt hat die beiden Druckereimitarbeiter der Unternehmer Dimitrios Kazantzidis. Der 33-jährige Grieche ist Inhaber des Caravan-Centers in der Lindenstraße 54. Gleich gegenüber, dort, wo jetzt das Plakat hängt, hat er 20 000 Quadratmeter Boden erstanden - zum größten Teil von einem privaten Immobilienunternehmen, zum Teil aber auch von der Stadt. Denn Kazantzidis will seinen Betrieb erweitern.
"Nächstes Jahr wird man hier schon etwas sehen können", sagt er. Der studierte Betriebswirt hat vor etwa fünf Jahren mit dem Verkauf gebrauchter Campinganhänger angefangen. Das Geschäft lief und läuft gut, heute ist Kazantzidis Inhaber eines der größten Camping-Ausstatter Brandenburgs. "Er hat damals einfach eine Lücke erkannt", sagt Mitarbeiter Heinz Werner Schikorra. Und weil die Lücke auch weiterhin gefüllt werden will, expandiert Dimitrios Kazantzidis nun noch einmal.
Auf dem neu erworbenen Grundstück, auf das er von seinen Büroräumen blickt, stehen derzeit noch die letzten Reste der Baracken, in denen bis vor etwa sieben Jahren Asylsuchende untergebracht waren. "Das ist alles asbestverseucht. Wir mussten eine Spezialfirma mit dem Abriss beauftragen, alles muss manuell gemacht werden", sagt Kazantzidis. Die Abrissarbeiten kosten ihn bereits mehr als er für das Grundstück bezahlen musste. Insgesamt mehr als 200 000 Euro hat er für Kauf und Abriss bereits investiert. Streng kontrolliert werden die Vorgänge von den Mitarbeitern des Bauamtes.
Der Investor hofft, dass er 2013 an der Stelle, an der jetzt nur noch die Grundmauern der Baracken stehen, seinen neuen Show-Room für Fahrzeuge, Produktions-, Werkstatt- und Ausbauräume eröffnen kann. Seinen Kunden will er darin zeigen, was er zu bieten hat und individuelle Ausstattungswünsche direkt umsetzen können. "Im Sommer 2014 soll dann der Freizeit- und Zubehör-Discounter fertig sein", sagt Kazantzidis. Danach werde das etwa 1200 Quadratmeter große Kühlhaus errichtet, das er an Spediteure als Zwischenlager für Lebensmittel und verderbliche Waren vermieten will. Ebenfalls im Sommer 2014 soll Fürstenwalde aber noch durch einen weiteren Anziehungspunkt Ziel für Camping-Fans werden.
Der Lückenschließer Kazantzidis weist auf seinem Werbebanner auch einen Caravan-Stellplatz aus. An der Lindenstraße sollen in nicht all zu ferner Zukunft Wohnwagen- und Wohnmobilbesitzer nächtigen. Dimitrios Kazantzidis errichtet dafür nicht nur eine Parkfläche, sondern auch ein Gebäude mit Sanitärbereichen für Männer, Frauen und Kinder. Und wer sein Camping-Fahrzeug in der kalten Jahreszeit sicher unterstellen will, kann im dahinter gelegenen Winter-Carport einen Platz mieten.
Im Caravan-Center-IBL sind derzeit zwölf Männer und Frauen angestellt. 20 bis 30 neue Arbeitsplätze wird Dimitrios Kazantzidis mit seinem Vorhaben in Fürstenwalde schaffen.
Weithin sichtbar: Henry Oehme (l.) von einer Fürstenwalder Druckerei und sein Mitarbeiter haben gestern in der Lindenstraße das riesige Werbebanner vor dem Gelände aufgespannt, auf dem ein Gewerbepark entstehen soll. Fotos (6): MOZ/Bettina Winkler
Entkernt: Die Baracken, in denen früher einmal Asylbewerber untergebracht waren, werden abgerissen. Die Bausubstanz war schon lange marode, die Wände waren asbestverseucht.
Fürstenwalder Unternehmer plant großen Caravan-Handel und -Stellplatz im Gewerbegebiet