Während draußen eisig der Wind pfiff, spielten sich im großen Konzertsaal der Musikschule die Musiker die Hände warm. Voller Inbrunst erklang dabei auch "Der Jägerchor" aus Webers Freischütz. Das Stück dirigierte Ingolf Keppel, seit 2003 der Leiter des Bad Saarower Männerchores. Die vorrangig älteren Herren erhoben ihre Stimmen, davor griffen beherzt die Musiker in die Saiten, unterstützt auch von Mitstreitern des 1. Brandenburgischen Gardeblasmusikkorps Fürstenwalde. "Das Stück klappt gut", zeigte sich Ingolf Keppel nach drei Durchläufen zufrieden. Dass der Saarower Männerchor erstmals beim Neujahrskonzert das Kammerorchester unterstützt, damit gehe ein langgehegter Wunsch in Erfüllung, sagte er. Zum dritten Mal traf man sich zur gemeinsamen Probe in der Musikschule. Die 24 Sänger, vorrangig aus Bad Saarow, fühlen sich sehr wohl. "Sonst proben wir immer mittwochs, ab 19.30 Uhr, im Scharwenka-Kulturforum und suchen immer neue Mitstreiter."
Drei Stücke werden die Sänger mit den Musikern gestalten. Beim Gefangenenchor aus Verdis Nabucco gibt es im Dom auch eine Licht-Show, hieß es bei der Probe zur Freude aller. Bei "O Isis und Osiris" aus Mozarts Zauberflöte übernahm wieder Felicitas Eickelberg den Dirigenten-Stab. Sie bat das Orchester, sich zurückzunehmen, während der Männerchor voller Inbrunst und mit deutlichen Konsonanten singen möge. "Man soll Sie ja auch hören", so die Gesamtleiterin.
Seit mehr als zehn Jahren veranstaltet das Kammerorchester das Neujahrskonzert mit wechselnden Gästen. "Es ist uns sehr wichtig, uns mit anderen zu verbinden", sagt Winfried Nowak, der Vereinsvorsitzende des Orchesters, das dienstags ab 19.30 Uhr in der Musikschule probt und noch Streicher sucht. Bewusst habe man für das Publikum beim Neujahrskonzert wieder ein abwechslungsreiches Programm - vom Barbier von Sevilla bis zur Fluch-der-Karibik-Suite - auf die Beine gestellt. Zuversichtlich zeigten sich alle Akteure, dass der Auftritt am Sonntag gelingt - und üben dafür noch mehrfach in dieser Woche.