Es war im ganzen Garten Bewegung. Die Jugendlichen spielten Volleyball und Tischtennis, kickten den Tischfußball und schwatzten. Bei Petra Eckert, die im Club ehrenamtlich Kreativarbeit macht, entstand auf endlosen Tapetenbahnen "die längste Malstraße von Gransee". Dicker Rauch versprach Grillwürste, und aus dem Gebäude lockte der Duft von Popcorn. "Wenn wir schon feiern und einen Kino-Abend machen, dann nicht ohne Popcorn", so der Jugendclubleiter Steffen Bauer. Die Maschine hatte er extra aus Fürstenberg geholt, vom "Treff 92".
Über allem dröhnte Live-Musik vom Feinsten. "Space ship" heißt die Band aus Löwenberg, die aus drei jungen Männern besteht. Harter Rock erfrischte die Gemüter und Funk, der an den Großmeister John Scofield erinnerte. Mädchen und Jungen aus Gransee und den umliegenden Dörfern sowie aus dem Asylbewerberheim waren gekommen, auch Jugendliche vom T-Point aus Leegebruch. Zudem gab es ein Geburtstagskind. "Weil hier was los ist und weil man hier andere kennenlernen kann", sagte die nun 15-jährige Monique Stelter. "Und ich wünsche mir, dass nicht gestritten wird und dass alle Spaß haben."
Am Abend lief auf der Leinwand der Film "Fernes Land". Er handelt von der nächtlichen Begegnung eines unglücklichen Versicherungsvertreters mit einem illegal in Deutschland lebenden pakistanischen Friseur. Kleines Highlight des Abends war die Versteigerung von drei Liegestühlen, darauf blauer Himmel und Sonnenschein sowie das Motto des Kino-Sommers. Etliche von ihnen waren Farbtupfer auf dem sonst grünen Gelände und Wohlfühlsitzgelegenheiten über den Nachmittag. "Die sind begehrt", so Melanie vom Landesjugendring. Der Erlös komme Projekten für junge Flüchtlinge zugute.
Die Kampagne "Schöner leben ohne Nazis" startete 2014 im Rahmen der Kommunal-, Europa- und Landtagswahlen und war an Jungwähler mit dem Ziel gerichtet, rechtsextreme Propaganda zu hinterfragen und dieser zu widersprechen. Daraus entstand die Idee, Filme mit den Themen Flucht und Asyl zu zeigen, erläuterte Melanie Ebell. Es ist eine landesweite Aktion an zehn verschiedenen Orten. Das Rahmenprogramm finanziert die Flick-Stiftung. Zudem wird die Veranstaltung in Gransee vom Landkreis Oberhavel gefördert.