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Baurechtlich gebremste Eigeninitiative

Der Paretzer Ortsbeirat setzt sich vehement für einen Bolzplatz auch im jüngsten Ketziner Ortsteil ein.
Der Paretzer Ortsbeirat setzt sich vehement für einen Bolzplatz auch im jüngsten Ketziner Ortsteil ein. © Foto: Wolfgang Balzer
Wolfgang Balzer / 08.11.2017, 20:37 Uhr
Ketzin/Havel (MOZ) Paretz, seit kurzem selbständiger Ketziner Ortsteil mit rund 410 Einwohnern, hat ein deutschlandweit bekanntes Schloss, unzählige denkmalgeschützte Gebäude, eine Kulturscheune, Ateliers und Pferdehöfe aber weder einen Spiel- noch einen Bolzplatz. Das soll sich ändern, hatten sich die Ortsbeiratsmitglieder Anne Hübner, Evelin Sens und Detlef Hinze bereits vor ihrer Wahl im September vorgenommen.

Dementsprechend stand das Vorhaben bereits auf der zweiten Zusammenkunft des Ortsbeirates am Montag ganz oben auf der Tagesordnung. Detlef Hinze hatte bereits in Eigeninitiative die vorgesehene Fläche hinter dem Parkplatz gemäht. Anne Hübner mühte sich in der Haushaltsdiskussion der Stadt für 2019 um die Aufnahme der nicht gerade großen Summe in den Haushalt Ketzins. Aber ganz so einfach ist es nicht, wie der Ortsbeirat in seiner öffentlichen Beratung den 15 anwesenden Einwohnern berichtete. "Wir wollen viel selbst machen, aber wir dürfen nicht", klagte Anne Hübner. Die Fläche planieren oder Tore fest aufstellen geht nach deutscher Baubürokratie wohl nur mit einer Baugenehmigung.

Finanzen, diese vorzubereiten, stehen erstmal im Haushaltsentwurf und Mitte 2018 könnte es soweit sein, meinte Bürgermeister Bernd Lück. Dann könnte die Fläche gestaltet werden, allerdings unter der Berücksichtigung des Denkmalschutzes und der ist in Paretz allgegenwärtig. Der historische Eiskeller steht gleich nebenan. Gestaltungsvorschläge sollte der Ortsbeirat vorbereiten, empfahl der Bürgermeister.

"Na dann legen wir erst einmal Steine als provisorische Torbegrenzung hin", meinte Detlef Hinze. "Dagegen gibt es baurechtlich nichts einzuwenden", nahm der Bürgermeister die Tonlage auf und unterbreitete dem Ortsbeirat einen ernster gemeinten Vorschlag.

Paretz habe beste Voraussetzung, in die Arbeitsgemeinschaft Historischer Dorfkerne aufgenommen zu werden, empfahl einen entsprechenden Antrag und verwies auf die guten finanziellen Fördermöglichkeiten zur Erhaltung des historischen Ortsbildes. Als Beispiel nannte er Nauen. Die Stadt habe in der Arbeitsgemeinschaft der Städte mit historischem Ortskern gute Erfahrungen machen können.

Die Paretzer drückt gegenwärtig noch ein ganz anderes Problem. Das sind die illegalen Müllablagerungen in den Straßengräben der Ortszufahrten und die Lagerung von Abfällen an mehreren Stellen des Dorfes. Lück empfahl entsprechende Hinweise im "Maerker" auf der städtischen Internetseite, auf der dann auch der Bearbeitungsstand ablesbar wäre. Für die Sauberkeit der Gräben sei aber der Landkreis zuständig. Feststellungen im Ort selbst sollten darüber hinaus umgehend an das Ordnungsamt der Stadt gemeldet werden.

Vereinbart wurde eine gemeinsame Begehung des Dorfes, an der der Ortsbeirat und Mitarbeiter der Stadtverwaltung teilnehmen und Festlegungen für eine positive und schnelle Veränderung treffen werden.

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