Um den Personalmangel wegen erhöhten Krankenstandes bei den Busfahrern der Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft (ORP) auszugleichen, regte der Linken-Kreistagsabgeordnete Ronny Kretschmer jüngst im Kreisausschuss an, ob nicht Personal von Reisebusfirmen aushelfen könnte. Das hätte doppelten Nutzen, denn zusätzlich zur Hilfe für die ORP, die wegen Personalmangels bereits Fahrten auf den Stadtbuslinien ausgedünnt hat, wären auch den Bus-Firmen geholfen, da ihnen durch die Pandemie die Einnahmen weggebrochen sind.

Vize-Landrat von Ostprignitz-Ruppin, Werner Nüse, hat Bedenken

Der Reisebusfuhrpark wäre nicht direkt im Linienbetrieb einsetzbar, gab Vize-Landrat Werner Nüse zu bedenken. Das bestätigt auch ORP-Chef Ulrich Steffen, dass die Zulassung von Linienbussen strengen Auflagen unterliege. „Ein Reisebus ist kein Linienbus.“ Dasselbe gelte auch für die Fahrer. „Man kann sich nicht einfach so hinters Lenkrad setzen. Aber der Gedanke ist ja gut, aber der Beruf des Busfahrers ist spezialisiert.“ Er verglich beide mit Bäckern und Konditoren, wo auch nicht der Bäcker sofort den Job eines Konditors übernehmen könne, so Steffen. Lägen sämtliche Führerscheine vor, rechnet der ORP-Chef mit mindestens einer 14-tägigen Einarbeitungszeit für die Fahrer, um Routen und Tarife kennen- und den Bordrechner bedienen zu lernen.

Ostprignitz-Ruppin

Arbeitsagentur in Neuruppin hat auch kein Fahrpersonal zu bieten

Doch noch habe ihn keine Anfrage eines jobsuchenden Busfahrers erreicht, sagt er. Der Markt sei leergefegt. „Wer einen arbeitslosen Busfahrer kennt, dann gerne.“ Er arbeite mit der Arbeitsagentur in Neuruppin zusammen, aber auch dort sei kein Fahrpersonal verfügbar. Aber auch mit den Reisebusunternehmen wie Schröder-Reisen gebe es bereits eine vertragliche Zusammenarbeit, da die Firmen auch sonst als sogenannte Nachauftragnehmer reguläre Fahrten für die ORP übernehmen. Somit kennen deren Fahrer bereits Strecken und Tarife. Daher hätten diese Unternehmen der ORP auch zusätzliches Fahrpersonal zur Verfügung gestellt, so Steffen. Doch jetzt seien die Kapazitäten ausgeschöpft.
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