Viele sind deshalb aufs Auto umgestiegen, glaubt jedenfalls Ulrike Rüter, die zur Zeit wegen einer Schulungsmaßnahme täglich zwischen Berlin und Oranienburg pendelt. "Meistens sind die Busse relativ leer", berichtet sie. Dass die Streckensperrung und der Schienenersatzverkehr nun zwei Wochen länger dauern als ursprünglich geplant, hat die Berlinerin nicht überrascht. "Eigentlich war ja schon zu erahnen, dass die Bombensuche nicht nach zwei Wochen abgeschlossen sein wird."
Heike Dinnop ist ebenfalls Berufspendlerin und jeden Tag zwischen Oranienburg und der Hauptstadt unterwegs. Sie fürchtet, dass die Probleme erst beginnen, wenn kommende Woche der Unterricht in den Schulen wieder beginnt. "Im Moment klappt das gut, die Busse kommen pünktlich und man bekommt immer einen Platz. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass sich das ändern wird, wenn die Schule wieder beginnt."
Eine große Unterstützung während der Sperrung der S-Bahn-Gleise sind die Angestellten der Deutschen Bahn, die an der Haltestelle für den Schienenersatzverkehr am Oranienburger Bahnhof postiert sind. Wer eine Frage bezüglich des Busverkehrs hat, kann sich damit an die Helfer vor Ort wenden. "Die Kunden nutzen diese Gelegenheit durchaus und fragen nach, wenn Unklarheiten herrschen. Beschwert hat sich bei uns bisher aber noch niemand.", berichten die Bahnmitarbeiter.
Melanie Eichhorn betreibt einen Imbiss auf dem Bahnsteig, von dem die S-Bahn normalerweise abfährt. Da dieser jedoch zurzeit nicht genutzt wird, ist auch die Zahl ihrer Kunden erheblich zurückgegangen. "Eigentlich profitieren wir immer von der Laufkundschaft, die sich auf dem Weg zwischen Schule oder Arbeit und dem Wohnort noch etwas zu essen kauft. Da der Schienenersatzverkehr ja aber unten am Bahnhofsvorplatz abfährt, kommen nur die wenigsten Leute hier hoch auf den Bahnsteig und damit auch nicht in meinen Imbiss." Umso frustrierender ist für sie deshalb die Verländerung der Bombensuche auf vier anstatt der geplanten zwei Wochen. "Das macht mir schon zu schaffen."
Hinzu kommt, dass die S-Bahn-Strecke vom 21. bis zum 26. Mai voraussichtlich erneut zwischen Oranienburg und Birkenwerder gesperrt wird. Dann müssen die Pendler wieder in den Bus steigen, und Melanie Eichhorn kann auch dann nur hoffen, dass trotzdem mal jemand auf den Bahnsteig kommt..