Mitinitiator Stefan Kaden erklärt, welche Folgen der globale Temperaturanstieg für Oranienburg haben könnte. "Wir werden weniger Regen im Sommer und mehr Niederschläge im Winter haben. Das heißt, in der Vegetationsperiode fehlt Wasser", sagt der zweite Vorsitzende der Oranienburger Agenda-Gruppe. Mehr extreme Hitzeperioden würden zudem zu einer höheren Verdunstung führen. Dazu kommen andere extreme Wetterlagen wie Stürme und durch Starkregen ausgelöste Hochwasser.
Insgesamt würde das Wasser aber knapper und darunter leidet dann auch die Wasserqualität. Ein in der Folge verändertes Ökosystem würde beispielsweise geringere Erträge für Fischer und Angler bedeuten. Wassermangel könnte irgendwann aber auch zu Einschränkungen von Binnenschifffahrt und Wassersport führen, sagt Kaden. Im Moment sei das durch die Staumöglichkeiten der Havelgewässer noch keine Gefahr. Die Trockenperiode im vorigen Sommer führte aber bereits dazu, dass etwa auf der Elbe die Schifffahrt nicht mehr möglich war und Ausflugsdampfer auf dem Trockenen lagen.
Auswirkungen hätten ausbleibende Niederschläge auch auf Forst- und Landwirtschaft. Problematisch könnte dann der wasserintensive Spargelanbau werden. In den Wäldern müssten Kiefern durch Laubwald ersetzt werden, fordert Kaden. Problematisch würden lange Trockenperioden auch für die Vegetation im Schlosspark. Dort sollen im FOWAKS mit der TKO neue, hitze- und trockenresistente Pflanzen getestet werden.
Um die Folgen des Klimawandels abzumildern, könnte auch lokal gehandelt werden, so Kaden. Wichtig seien beispielsweise ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, eine Entsiegelung von Flächen sowie die Nutzung erneuerbarer Energien. All das wäre unabhängig von den Verhandlungsergebnissen in Paris machbar.