"Ich bin in den vergangenen 100 Tagen durch Politik und Vereine der ganzen Region gegangen und freundlich aufgenommen worden. Die Mitarbeiter des Hauses haben mir den Einstieg sehr erleichtert", blickt Ottmar Schmidt zurück.
Er freut sich über neu gewonnene Sicherheiten in der Gynäkologischen Klinik. Dort wird die kommissarische Leitung durch Dr. Beata Loj in einen richtigen Chefarztposten münden. Auch in der Geriatrie wird es einen neuen Chefarzt geben. Zum 1. Januar 2014 nimmt Dr. Peter Albrecht seine Tätigkeit auf. Er ist noch an den Asklepios Harzkliniken Goslar beschäftigt und führt dort gerade seine Aufgaben zu Ende.
"In den vergangenen Monaten habe ich eine Bestandsaufnahme gemacht, wo wir stehen und wo wir hin wollen, wo können wir patientenfreundlicher werden und die Qualität verbessern", erläutert Ottmar Schmidt. Das Klinikum müsse sich noch mehr im Bereich Dienstleistung orientieren. Dazu zähle er Freundlichkeit und ein Lächeln. Außerdem müsse der Zugang zu den Ärzten klarer gestaltet werden. Demnächst werde er das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) genau betrachten. Es übernimmt ja Aufgaben ähnlich einer Poliklinik. Diese Versorgungsleistungen gelte es auch künftig abzusichern. Derzeit arbeiten im MVZ zwölf Ärzte. Für fast jede Station des Hauses gibt es eine Praxis im MVZ.
Höhepunkt dieser Woche war die Arbeitsaufnahme der neu gestalteten onkologischen Tagesklinik. Dort erhalten Krebspatienten ihre Chemotherapie. Sie kommen morgens in die Tagesklinik und gehen nach der Behandlung nach Hause. Die vormals sehr beengte Klinik ist kaum wieder zu erkennen. 14 Behandlungsplätze stehen zur Verfügung. Es gibt eine separate Rezeption und zwei große, helle Warteräume. Auch für Angehörige der schwer Kranken ist Platz.
Der Ärztliche Direktor Dr. Rüdiger Heicappell macht deutlich: "Bei der Behandlung von Brustkrebs und Prostatakrebs sind wir gut aufgestellt. Durch die Tagesklinik und den stationären Bereich ist eine sehr gute Rundumbetreuung der Patienten gewährleistet." Viele Stationen arbeiteten fachübergreifend zusammen. Selbstverständlich seien Fallkonferenzen, die die Schwedter Ärzte telemedizinisch mit Spezialisten in Eberswalde und Greifswald durchführen.Seit Mai dieses Jahres arbeitet das Klinikum nach dem Prinzip der vorstationären Behandlung. In einer speziellen Sprechstunde werde der Patient vom Arzt untersucht, bevor er stationär aufgenommen wird. "Der Patient verlässt diese Sprechstunde entweder mit einem genauen Op-Termin und geht nach Hause oder er muss gleich zur weiteren Abklärung auf Station", umreißt Dr. Heicappell das Prinzip. Sich im Krankenhaus langweilen und auf einen Op-Termin warten, diese Zeit solle vorbei sein.
Haben 1990 im Klinikum knapp 90 Ärzte gearbeitet, so sind es in diesem Jahr 129. Schon allein das europäische Arbeitszeitgesetz habe zu dieser Personalaufstockung geführt, macht Ottmar Schmidt deutlich. Im Pflegebereich gibt es derzeit 220 Beschäftigte. Deren Arbeitsinhalte werden jetzt genau untersucht, ob sie zum Beispiel zu den klassischen Aufgaben einer Krankenschwester gehören.
Andererseits deutet Pflegedienstleiterin Steffi Lichteblau ein Problem an: "Für das nächste Jahr liegen uns noch ausreichend Bewerbungen vor. Doch das wird in zehn Jahren gänzlich anders aussehen. Dann wird es schwer, qualifiziertes Pflegepersonal zu finden."