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Wenn Wassersportler nach ihrem Wettkampf total erschöpft sind, teilweise minutenlang nach Luft ringen und trotzdem so gar kein nasses Element zu sehen ist, dann kann es sich nur um die Hallen-Sportart Ergometerrudern handeln. Aus dem Trainings- ist längst ein Wettkampfgerät geworden. Mit langer, erfolgreicher Tradition in der Oderstadt - so war Wassersport PCK jetzt bereits zum 14. Mal Gastgeber für das "Schwedt-Open", das traditionell als offene Landesmeisterschaft ausgetragen wurde.
Die engagierten Organisatoren, Techniker, Helfer und Regattasprecher Gerhard Bowitzky hatten bei der rund siebenstündigen Veranstaltung alle Hände voll zu tun, um die Rennen und dazwischen auch die entsprechenden Siegerehrungen reibungslos über die Bühne zu bringen, was ihnen super gelang. Für das Publikum in der zeitweilig richtig gut besetzten Halle war der obligatorische Service eingerichtet worden, auf einer Leinwand die Rennen und die jeweiligen Abstände zwischen den bis zu zehn "Booten" live mitzuverfolgen.
In teilweise dramatischen Rennen entschieden nicht selten Zehntelsekunden über Titel und Medaillen. Je dreimal Einzel- und Vierer-Gold sowie drei Siege bei den Wettbewerben der Special-Olympics (Sportler mit geistiger Behinderung) konnten die Schwedter letztlich feiern.
Als Erster durfte sich Tim Wiese (Jahrgang 2003) in der AK 11 feiern lassen: Nach kraftraubenden 250 Metern war er in 55,6 Sekunden gut eine Sekunde schneller als der Nächstplatzierte und damit Landesmeister.
Am Nachmittag gelangen dem Gastgeber dann binnen weniger Minuten die nächsten beiden Siege: Zunächst lag Hannes Urbanowciz bei den AK-14-Leichtgewichten über 1000 m deutlich vorn, dann triumphierte der fast 50-jährige frühere Olympiasieger Frank Klawonn bei den Masters auf der gleichen Distanz vor seinem Vereinskameraden Rainer Göllnitz. Frank war übrigens in 3:04,2 min erstaunliche 40 Sekunden schneller als Hannes.
Abschließende Höhepunkte waren traditionell die Vierer- Entscheidungen - Vereine, aber auch Schulen stellten Teams. Die Oderstädter konnten letztlich Erfolge der Talsand-Gesamtschüler, des Fitnessstudios "Für Dich" und auch eines Wassersport-PCK-Quartetts verbuchen.
Über Mittag waren zuvor zwei besondere Wettbewerbe gestartet worden. Zunächst zeigten Mutige aus Firmen und Vereinen, für die das Ergometerrudern bei weitem nicht alltäglich ist, ihren Kampfgeist beim sogenannten VIP-Rennen: Thomas Brockmann vom Verein Lebenshilfe, der auch behinderte Wassersportler im Training betreut, siegte vor Marko Busse (Butting) und Rado Johs (Sportlehrer an der Talsand-Gesamtschule).
Es folgten die Special-Olympics mit insgesamt elf Startern, von denen Sebastian Girke bei den Jungen, Leona Johs bei den Mädchen und Christopher Giese bei den Männern ihre Kontrahenten um Längen abhängten.
Häufig Trainings-, diesmal Wettkampfgerät: Ruderer, aber auch zahlreiche Nachwuchs-Kanuten gingen für Gastgeber Wassersport PCK in die Ergometer-Rennen. Nicola Springer wurde Vierte über 500 Meter in der Altersklasse 12.Fotos (4): MOZ/Oliver Voigt
Mutige Laien: Szene aus dem VIP-Rennen - vorn Sieger Thomas Brockmann, am nächsten Ergometer Jörg Strutzke (Uckermärkische Bühnen).
Stolzer Sieger: Der Schwedter Tim Wiese gewann in der AK 11.
Kraftvoller Zug: Christopher Giese, Special-Olympics-Sieger Männer.
Siebenstündige Veranstaltung "14. Schwedt-Open" am Ergometer / Neun erste Plätze für Sportler aus der Gastgeberstadt