Mit besonderem Stolz blickte BSB-Präsident Gert-Dieter An-dreas auf das Abschneiden der deutschen Sportschützen bei Olympia in Rio. "Alle Erwartungen wurden übertroffen. Hätte ein Schwedter, nämlich Kanute Sebastian Brendel, nicht so überragend abgeschnitten, wären die Sportschützen sogar die größten Medaillengewinner geworden", meinte er und lobte - auch über den Tellerrand hinweg - die Ergebnisse der Kanusportler. Man erwarte nun weiterhin höhere Präsenz vom Sportschießen in den Medien, was man "zur weiteren Mitgliedergewinnung auch im Nachwuchs" nutzen wolle. Insbesondere gehe es auch darum, den Bogensport weiter im Schützenbund auszubauen.
Ansonsten bestimmte viel Traditionelles den Schützentag. Dazu gehörte, dass der Bürgermeister der Gastgeberstadt die Schirmherrschaft übernommen hatte (Jürgen Polzehl lud bereits am Freitagabend zu einem kleinen Empfang in den Berlischky-Pavillon ein und sprach tags darauf vor den Delegierten). Obligatorisch schickten auch andere Landesverbände ihre Abordnungen ins Brandenburgische: Bayern, Rheinland, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg waren unter anderem vertreten.
Am Vormittag stand dann auch eher der festliche Teil unter anderem mit Ehrungen und einem Gruß des Landessportbundes - Ex-Präsident Dieter Fiebig aus Schwedt repräsentierte hier den LSB - im Mittelpunkt.
Zu den eigentlichen Beratungen am frühen Nachmittag hatte der Landesschützentag eine gute Variante gefunden, dass die Delegierten im kleinen Saal der Uckermärkischen Bühnen nicht zeitraubende Berichte zu hören bekamen. In einem sogenannten "Berichtsheft" lagen alle Informationen in gedruckter Form zum Nachlesen vor - nun folgten nur einige aktuelle Ergänzungen, wie beispielsweise das erfreulich starke Abschneiden von Sportlern des Landes bei aktuellen Deutschen Meisterschaften.
Während es diesmal - nach der Wahl von Gert-Dieter Andreas im vergangenen Jahr zum neuen Präsidenten - keine Personalentscheidungen gab, wurde der Haushaltsplan für das laufende Jahr gebilligt und die erfreuliche Vorjahresbilanz gern zur Kenntnis genommen.
Kein offizielles Thema beim Schützentag waren Schreckensnachrichten der zurückliegenden Monate, als Täter an verschiedenen Orten in Deutschland auch mit Waffen Taten mit zahlreichen Toten verübten. "Wir haben nichts mit dem Waffenbesitz in der Öffentlichkeit zu tun", sagte dazu BSB-Präsident Gert-Dieter Andreas dieser Zeitung am Rande der Beratungen. "Unsere Waffen werden nur auf den Schießplätzen ausgepackt und verwendet. Es gibt viele, für meine Begriffe weitreichende Vorschriften für Sportschützen in Deutschland. Natürlich distanzieren wir uns auf das Schärfste von den erwähnten Taten", fügte er hinzu. "In unseren Vereinen wird strikt darauf geachtet, dass die strengen Sicherheitsregeln eingehalten werden. Aber natürlich gibt es wie in jedem Bereich auch schwarze Schafe."
Der Schützentag, der noch einmal die Breite der Aktivitäten der fast 11 000 Mitglieder in Brandenburg vom Leistungssport der Sport- und Bogenschützen über den Breitensport in all seinen Facetten bis hin zur Traditions-pflege abdeckte, fand dann in einem Umzug der Vereine durch die Schwedter Innenstadt seinen öffentlichen Höhepunkt. Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen hielten sich die Schaulustigen am Straßenrand freilich ziemlich in Grenzen.