Um der Hündin helfen zu können, hat eine Schwedterin eine ungewöhnliche Aktion gestartet. Sie sammelt auf einer Facebook-Seite Unterstützung und Geld für den Einsatz eines Spezialisten, der den Hund mit einer Distanznarkose betäuben soll.
Marion Schönfeld hatte zuvor beim Schwedter Ordnungsamt und beim Amtstierarzt angefragt, ob sie Möglichkeiten der Hilfe sehen. Als diese ein Eingreifen mit der Begründung ablehnten, dass der Aufwand zu groß sei und von dem Tier momentan keine akute Gefahr ausgehe, startete die 26-Jährige kurzerhand selbst eine Hilfsaktion. "Der Hund ist in Gefahr und er tut mir leid", sagte die junge Frau, die selbst einen Dackelmischling hält. "Kein Hund fällt vom Himmel. Das Leid ist von Menschen gemacht und ich will bei so etwas nicht wegschauen", sagt sie beherzt. Sie machte sich im Internet schlau und traf auf ähnliche Tierschicksale und die Möglichkeit der Distanznarkose.
So ein Einsatz mit Betäubungsgewehr ist jedoch nicht ganz billig. Um die Kosten von zirka 1300 Euro für den Spezialisten zu sammeln, rief sie auf der Facebookseite "Schäferhündin Hope in Not" zu Spenden auf für den Einsatz des Tiernarkotiseurs Heino Krannich aus Schleswig-Holstein. Und sie berührte mit ihrer Aktion offenbar die Herzen vieler anderer Tierfreunde. Am Dienstag meldete sie stolz auf Facebook: "Es sind genau 1000 Euro erreicht." Heino Krannich hat zugesagt, dass er in den nächsten Tagen nach Schwedt kommt. Auch wenn er bereit ist, der "Hundemutti" Marion Schönfeld auch für etwas weniger Geld zu helfen, ist sein Einsatz noch fraglich. Seinen Angaben zufolge hat die Stadt bisher die Schießgenehmigung mit dem Luftdruck-Betäubungsgewehr verwehrt.
"Die größte Gefahr für entlaufene Hunde geht von Autos, Bahnen und Jägern aus. Aber auch Menschen sind gefährdet, wenn sie dem Tier auf der Straße ausweichen und verunfallen. Ein schnelles Finden und Fangen ist deshalb sehr wichtig", sagt Heino Krannich.
Handyfoto der scheuen Hündin: Marion Schönfeld will dem herrenlosen Tier helfen und sammelt Geld für den Fang. Foto: MOZ/Oliver Voigt
Marion Schönfeld sammelt Geld für seit Wochen durch Schwedt streunende Schäferhündin