Sichtlich bewegt nahm Fritz Kohlase die Ehrung entgegen. Er, der als 19-Jähriger selbst in der Schlacht um Küstrin kämpfen musste und als wahrscheinlich letzter Verteidiger die Schlauchstellung bei Altbleyen verlassen hatte, ließ vor den Augen der Gäste der Festveranstaltung noch einmal jene Nacht erstehen, die er als Zäsur seines Lebens bezeichnet: Vom 22. bis 23. März 1945 lag er zur Nahsicherung einer Flugzeugabwehrkanone nahe dem Gut Altbleyen. Die Rote Armee hatte die Schlauchstellung, die Lebensader der eingekesselten Stadt Küstrin, zerstört. "Hier sahen und hörten wir in der Nacht vom 23. zum 24. März den ersten deutschen Entsatzangriff aus dem Raum Golzow mit dem Einbruch der Spitze in Gorgast, seinem Festlaufen in etwa drei Kilometer Entfernung und dem Zurückwerfen. Damals hätte ich gern über das Geschehen, dessen winziges Teilchen ich war, Hintergrundwissen besessen", erklärte er. Und hätte sich damals nicht vorstellen können, ein so eine hohes Alter zu erreichen, die Beseitigung der Kriegsschäden zu erleben und die Wiedervereinigung Deutschlands. Sein Leben lang war er dem in jenen Kriegsnächten gefassten Gelöbnis nachgekommen und hat sich um das Hintergrundwissen bemüht.
Dafür dankten ihm auch Werner Finger als Bürgermeister und Gerhard Schwagerick als Ortsvorsteher sowie Ryszard Skalba als Direktor des Küstriner Festungsmuseums.