Ein wahrer Strom von Ausflüglern ergoss sich am sonnigen Sonntagnachmittag in Richtung Altfriedland: Die Radfahrer auf der B 167 zwischen Neuhardenberg und Altfriedland erinnerten einmal mehr an die noch immer fehlende Radweg-Anbindung. Der Parkplatz am Ortsrand füllte sich schnell. Die Karawane zog zur neu überdachten und gesicherten Ruine des einstigen Zisterzienserinnen-Klosters.
Die gab dem "Kunstherbst" nach der Bauphase das tolle Ambiente wieder: Unter den Kreuzgewölben hatten in vier Räumen 23 Aussteller ihre Stände aufgebaut. Dieter Rusche, der Kunstherbst-Cheforganisator vom gastgebenden Verein Langes Haus Altfriedland, freute sich über die Vielfalt der Angebote.
Es reichte von der Gebrauchskeramik aus dem Karlsbieser Keramikatelier Bundels und Malerei von Christine Kloke über Textilien bis zum Schmuck und vielen Accessoires. Wer genau hinschaute, konnte so manches ungewöhnliche Kunstwerk entdecken. Etwa am Stand von Schmuckdesignerin Margitta Schwonke aus Obersdorf. Bei ihr werden aus Omas alter Gabel oder einem Löffelstil Ringe und Armreifen. Sigrid Münter aus Rehfelde hatte Briefcouverts aus Bananenpapier zu bieten, am Stand von Constanze Büxler aus Batzlow gabs handgewebte Wolldecken. Und die Altfriedländerin Petra Buss bot den guten alten Sparstrumpf in vielen lustigen gestrickten Varianten an.
Über großes Interesse an ihren Arbeiten konnte sich Barbara Preschel aus Kienitz freuen. Sie zaubert aus Hagebutten wunderbare Türkränze, aus Trockenblumen und Gräsern dekorative Gestecke aller Art. "Das ist mein Hobby, da lebe ich mich aus", sagt die 70-Jährige. Vorm Kloster boten Händler wie die Altfriedländerin Christa Kuss selbst gemachte Konfitüre, Säfte und Gartenfrüchte an. Und im Kloster hatte an diesem Tag das Kloster-Café geöffnet.
Ortsvorsteher Dieter Arndt freute sich über eine rundum gelungene Veranstaltung, die viele Altfriedländer mit gestaltet haben. So nutzten mehr als 100 Besucher die Gelegenheit, sich die Klosterkirche anzuschauen, in der Dorothea Blache die Orgel spielte. "Der Kunstherbst steht Altfriedland gut zu Gesicht", resümierte der Ortsvorsteher, der allen Helfern auf diesem Wege herzlich dankt. Dieter Arndt wünscht sich, dass das Kloster öfter so mit Leben erfüllt würde. Doch dazu braucht es einen Pächter, den die Gemeinde Neuhardenberg noch immer händeringend sucht.