Beim Gang in die Energiezentrale der Immanuel Klinik Märkische Schweiz kann Haustechniker Bernd Schirmeister seine Freude kaum verbergen. Drei kastenförmige Behältnisse stehen seit wenigen Tagen auf den Podesten, auf denen zuvor zwei riesige Ölkessel zur Beheizung der Gebäude und des Schwimmbads ruhten. Nun wird auf Erdgas gesetzt: für ihn wartungsarm und zuverlässig.
Drei Mini-Blockheizkraftwerke (BHKW) hat die e.distherm Wärmedienstleistungen GmbH über eine Neuruppiner Firma installieren lassen. Sie sind mit drei Erdgaskesseln verbunden. Über Kraft-Wärme-Kopplung wird damit gleichzeitig Strom und Wärme produziert, fernüberwacht. Eine saubere, günstige Lösung, wenn gleichzeitig ein recht hoher Wärme- und Strombedarf anfalle, erläutert Ingenieur Chris Müller von der e.distherm-Unternehmensentwicklung.
"Seit 1995 lief die bisherige Anlage auf Ölbasis. Wir hätten jetzt ohnehin etwas machen müssen", gibt Klinik-Geschäftsführerin Marlies Mummert Auskunft. Das ohne große Investitionen zu tun, dabei ressourcen- und klimaschonender zu verfahren und jährlich noch rund 70 000 Euro an Energiekosten einzusparen, das sei mit der Modernisierung der Heizzentrale über e.distherm gelungen.
Fünf solcher, aus mehreren Mini-BHKW bestehenden Kaskaden, seien in jüngster Zeit im Verbreitungsgebiet eingebaut worden, sagt e.distherm-Bereichsleiter Unternehmensentwicklung Martin Kleindl. Eine größere Anlage hat man auch für die Immanuel Klinik in Rüdersdorf installiert und in der Bad Belziger Klinik - das bestätigt deren zum offiziellen Starttermin Ende Oktober in Buckow angereiste Geschäftsführerin Katrin Eberhardt - funktioniert die Kraft-Wärme-Kopplung bereits seit 2006 und wirkt sich deutlich in Zahlen aus.
Auf den Raum der Energiezentrale an der Buckower Lindenstraße wurde die hier installierte Anlage ganz individuell angepasst. Sommers würden beispielsweise nur zwei der Mini-BHKW laufen, das Dritte werde nur bei Bedarf zugeschaltet. 40 Prozent des benötigten Stroms würden in jedem Falle gedeckt, erklärt Chris Müller. Manchmal könne sogar sicher noch etwas ins Netz abgegeben werden.
Außerdem ist mit der Modernisierung ein Raum freigeworden, in welchem zuvor der gewaltige Öltank seinen Platz hatte. Nicht nur das Öl-Bestellen entfalle jetzt, freut sich Haustechniker Bernd Schirmeister. Nachdem statt der Luke eine entsprechend große Tür eingebaut wurde, ist nun auch der Rasentraktor ordentlich untergebracht.