Das touristische Angebot, die Region in der Sommerzeit an Wochenenden und Feiertagen per Bus zu erkunden, soll in abgespeckter Variante aufrechterhalten bleiben. Darüber informierte am Mittwoch der Pressesprecher des Landkreises Tobias Seyfarth.
Wenigstens einem Teil der Gäste, die an den Wochenenden von Mai bis Oktober die Region besuchen, wolle man durch öffentlichen Personennahverkehr ermöglichen, touristisch Sehenswertes in der Märkischen Schweiz und dem Oderbruch zu erreichen, teilt er mit.
Dazu beabsichtigen Landkreis und Busverkehr Märkisch-Oderland, einen Kleinbus einzusetzen. Dieser werde jedoch nur den Anschluss von der "Ostbahn" am Bahnhof Gusow bis Altfriedland absichern. Denn obgleich die frühere Ausflugslinie zwischen Strausberg, Buckow, Müncheberg und Neuhardenberg sehr unzureichend angenommen worden war, "haben wir festgestellt, dass doch etliche Gäste das Ziel Altfriedland angesteuert haben", sagte der Pressesprecher auf MOZ-Nachfrage.
Darüber hinaus wäre gerade diese Oderbruchregion im Sommerhalbjahr nach dem Wegfall der 930er-Linie vom örtlichen Personennahverkehr fast abgehängt, stellt er fest. "Das wollen wir vermeiden und so auch dreimal am Tag die Vernetzung zur Regionalbahn R 26 sichern."
Er ist im Übrigen überzeugt, dass das Ausflugsangebot funktionieren kann. Es brauche allerdings einen langen Atem, bis sich Nutzungsgewohnheiten herausgebildet haben, und das koste. Schließlich sind gerade an der jetzt favorisierten Strecke Sehenswürdigkeiten von Rang angesiedelt. Sowohl das Europäische Vogelschutzgebiet Altfriedländer Teiche als auch ein Besuch der Klosterruine Altfriedland sind dabei neben Schloss Neuhardenberg sicher als touristische Magneten anzusehen.
Gezielte Führungen mit Naturpark-Rangern in die 700 Hektar große Teichlandschaft mit Eisvogel, See- und Fischadler, Schwarzstorch oder zu den Schlafplätzen der Gänse faszinieren Naturinteressierte. Den historisch oder musikalisch Interessierten zieht es indes in das ehemalige Zisterzienser-Kloster, wo im Sommer und Herbst auch eine anspruchsvolle Konzertreihe stattfindet.
Für Gäste, die hingegen Buckow und Waldsieversdorf in der Saison besuchen möchten, verweist Seyfarth auf die öffentliche Linie 928. Über diese verkehren feiertags und an Wochenenden tagsüber nahezu stündlich Busse zwischen dem Anschluss-Bahnhof Müncheberg-Dahmsdorf, Waldsieversdorf, Buckow und retour.
Jahrelang war die Ausflugsbuslinie von verschiedensten Partnern, lange Zeit auch mit Leader-Förderung, aufrechterhalten worden, obgleich nur wenige Fahrgäste zustiegen. Zuletzt hatten die beiden Ämter Märkische Schweiz und Neuhardenberg sowie der Landkreis mit großem Engagement und einigem finanziellen Aufwand das Projekt fortgeführt.
Auch eine Veränderung der Streckenführung hatte sich letztlich nicht ausgezahlt. "Der Weiterbetrieb der Linie in der bisherigen Form war daher nicht gerechtfertigt", fasst Tobias Seyfarth zusammen. Angefahren worden waren 2013 Strausberg, Rehfelde, Garzau, Bollersdorf, Buckow, Pritzhagen, Reichenberg, Ringenwalde, Karlsdorf, Altfriedland, Neuhardenberg und Gusow.