Seit es die Diskussionen um einen neuen Standort für die Fallada-Grundschule gibt und seit neben dem sogenannten Reichelt-Dreieck auch das Parkstraße genannte Areal in den planerischen Fokus gerückt ist, ist Hans-Jürgen Seifarth Dauergast bei öffentlichen Sitzungen der Gemeindevertreter. Oft ergreift er da das Wort, versucht, zu argumentieren, warum die 120 Kleingärten der Anlagen An der Trainierbahn, An den Akazien und An der grünen Lärche bitte das bleiben sollen, was sie sind: Die mit 5,5 Hektar größte zusammenhängende, öffentliche Grünfläche in der „Gartenstadt“, wie sich die Gemeinde gern selbst nennt.
„Wir wollen keinen Streit mit der Gemeinde. Wir wissen, dass sie das Recht hat, unsere Verträge erstmals 2021 bzw. 2022 zu kündigen. Dagegen können wir kaum etwas unternehmen. Aber, wir bitten darum, doch ein faires Augenmaß zu bewahren und den ersten vor dem zweiten Schritt zu tun“, sagt Seifarth. Der Rentner meint damit, dass aus seiner Sicht immer wieder missachtet werde, dass die Hügellandschaft der drei Kleingartenanlagen nicht von ungefähr entstanden, sondern Hausmüllberge sind. Berge einer illegalen Kippe, die bis 1980 existierte. Auf diesen Abfall wurde Mutterboden aufgeschüttet und die Hobbygärtner begannen ihr Werk. „Bevor hier geplant und der Flächennutzungsplan geändert wird, sollte doch ein Bodengutachten gemacht werden. Stellen Sie sich vor, wir werden hier alle gekündigt, müssen unsere grünen Oasen räumen und erst dann, nachdem schon viel Geld investiert wurde, stellt sich heraus, dass der Bodenaustausch doch zu immens teuer wird. Dann wurde hier alles völlig sinnlos zerstört und Tatsachen geschaffen“, argumentiert der Berliner. Ihn wundert, dass die Nachbarn so ruhig bisher geblieben sind. Möglicherweise wissen sie nichts von den Ideen der Verwaltung, auf dem Areal einen Schulcampus zu errichten, beziehungsweise das Areal als Gemeinbedarfsfläche zu sichen. Deshalb hängen an den Gartenzäunen Informationszettel.
Immer wieder habe Bürgermeister Ansgar Scharnke einen fairen Umgang versprochen. Den mahnt Seifarth ausdrücklich an. „Der besteht für uns darin, dass unsere Verträge um wenigstens fünf Jahre verlängert werden. So viel Zeit wird mindestens ins Land gehen, bevor irgendeine Planung fertig ist und gebaut werden könnte“, sagt er. Und hofft auf eine Lobby bei diesen oder jenen Gemeindevertreter.