Die Bürgerinitiative "Gesund leben am Stienitzsee" (BI) bekommt prominente Unterstützung. Die BI wehrt sich gegen die Pläne von Vattenfall, aus dem Industriekraftwerk (IKW) eine Müllverbrennungsanlage zu machen, in der alles unkontrolliert verbrannt werden kann.
Die Bundestagsabgeordnete Dagmar Enkelmann (Linke) gab bekannt: "Bevor Vattenfall nicht alle Karten auf den Tisch gelegt hat, dürfen beim Ausbau der Abfallverbrennung im Kraftwerk ... keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden. Plötzlich unsortierten Müll - und offenbar auch radioaktive Materialien - einfach durch den Schornstein jagen zu wollen, ist Politik von gestern. Deshalb unterstütze ich die Forderung nach einem Moratorium ...", erklärte sie.
In einem Schreiben haben sich zudem Bürgermeister André Schaller (CDU) und Landrat Gernot Schmidt (SPD) an Umweltministerin Anita Tack (Linke) gewandt. Sie bitten darum, dass die Ministerin einen Erörterungstermin zwischen der Gemeinde und Vattenfall anberaumt, an dem auch die BI sowie Prof. Matthias Freude vom Landesumweltamt teilnehmen. Und zwar weit vor dem 29. Oktober, dem Erörterungstermin für alle, die den Vattenfall-Plänen widersprochen haben. Denn im Vorfeld müsse geklärt werden, inwieweit die technischen Standards des IKW für die Erweiterung geeignet sind. Es müsse über die Einhaltung von Grenzwerten gesprochen werden, auch im Hinblick auf die einst zwischen Gemeinde und Vattenfall geschlossenen Sonderregelungen. Die Unterzeichner betonten, dass sie Unterstützer des damaligen IKW waren. "... es sollte uns gemeinsam gelingen, durch transparente Verfahren die Akzeptanz von Industrieanlagen zu erhöhen", schreiben sie, kritisieren jedoch zugleich, dass sie durch die kurzen Fristen, vorgegeben durch das LUGV, nicht in der Lage waren, mit Bürgern über den Antrag und die Einwendungen zu diskutieren.
Ein Moratorium, also ein Fristenaufschub, ist auch eine der Forderungen der BI. Am Freitag, dem letztmöglichen Tag für Einwendungen, treffen Vertreter mit Umweltministerin Anita Tack in Rüdersdorf zusammen und wollen dort um deren Unterstützung für diese Moratorium werben.