Wie unwichtig der sportliche Erfolg oder Misserfolg auch beim Fußball sein kann, machte die 85. Minute des Spiels deutlich. Blutüberströmt brach Strausbergs Abwehrspieler Pablo Iles Cruz in der Nähe der Mittellinie zusammen. Minutenlang musste er auf dem Spielfeld behandelt und später mit dem Rettungswagen abtransportiert werden. Eine genaue Diagnose stand bis zum Spielende nicht fest. Er musste aber ins Unfallkrankenhaus nach Berlin-Marzahn gebracht werden, was schon Schlimmes befürchten lässt.
Es war ein unglücklicher Zwischenfall, denn von einem harten oder gar unfairen Spiel kann wahrlich nicht die Rede sein. Auch in der abschließenden Pressekonferenz standen beide Trainer noch unter Schock. Daniel Volbert von TeBe und auch Steve Georges versicherten, dass sie mit ihren Gedanken beim Strausberger sind, der zu den Besten auf dem Platz gehörte.
Zum Spiel selbst ist zu sagen, es war eines der Besten seit langer Zeit in der Strausberger Energie-Arena , das die vielen Fans zu sehen bekamen. Darunter auch Jana und Felix, die der Aufforderung auf der TeBe-Internetseite folgten und mit dem Fahrrad aus Berlin anreisten. "Drei und eine Viertelstunde haben wir gebraucht - es hat sich aber gelohnt."
Unter den Zuschauern auch Wilfried Brunzel aus Petershagen. "Ich interessiere mich eigentlich nicht für Fußball, hatte aber die Ankündigung in der MOZ gelesen. Da erinnerte ich mich an ein Spiel aus dem Jahre 1950. Damals war TeBe bei der SG Strausberg zu Gast. Es wurde am Marienberg gespielt und am Ende lautete das Ergebnis 2:2.
2:2 oder gar 6:6 wäre wohl auch das gerechte Ergebnis dieser Partie gewesen. Hohes Tempo und viele Torchancen gab es auf beiden Seiten. Die erste hatte der Gastgeber nach einer feinen Kombination über Cruz, Ringo Kretzschmar und Benedikt Bundschuh. Im Abschluss verzog Arda Dülek aus vollem Lauf (9.). Nach einer Ecke von Tim Bolte, der diesmal als Kapitän fungierte, verzog Bundschuh (16.). Und so ging es weiter hüben wie drüben - praktisch im Minutentakt. Die Berliner hatten nach einem Freistoß von Kardir Erdil, durch den Besten in ihren Reihen, Jaba Bebua, eine ganz dicke Gelegenheit. Strausbergs Torhüter Christopher Ewest hatte einen ganz großen Tag. Bis zur Pause blieb das Tempo weiter hoch.
Noch rasanter ging es dann in der zweiten Halbzeit weiter. Allerdings auf Kosten der Ordnung im Strausberger Spiel. "Meine Mannschaft hat eine Art Wild-West-Fußball gespielt", bemerkte Steve Georges später. "Wir sind irgendwie in alte Muster verfallen, haben das gepflegte Kurzpassspiel aufgegeben und es immer wieder mit langen Bällen versucht. Für unsere Spitzen, Ringo Kretzschmar und Benedikt Bundschuh, war es schwer, sich gegen die gute Berliner Innenverteidigung durchzusetzen."
Das Tor des Tages fiel in der 75. Minute. "Es ist schon ein wenig bezeichnend, dass ein Strausberger nach vielen guten Chancen auf unserer Seite das Tor schießen muss", erklärte Volbert. Nachdem sich Bebua erneut über die linke Berliner Angriffsseite durchgesetzt hatte, konnte seine scharfe Eingabe Strausbergs Innenverteidiger Robert Wenzel nur ins eigene Tor ablenken. Zu notieren gab es noch einen Volleyschuss von Bundschuh kurz vor dem Ende der Partie.
"Klar, mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, mit der Leistung meiner Mannschaft allerdings schon", zog Georges das Fazit der Partie.
FC Strausberg: Ewest - Hinz Wenzel, Reichel, Anton (75. Hagel) - Lindner (62. Makengo), Cruz, Bolte, Dülek (85. Czekay)- Kretzschmar, Bundschuh