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Steffi Bey 25.01.2013 07:25 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

lokalredaktionen/barnim/bernau/artikel3/dg/0/

Jugendliche übersetzen für Flüchtlinge

Wandlitz (MOZ) Im Juni soll ein Konzept zur Unterbringung von Flüchtlingen im Landkreis Barnim vorliegen. Der Sozialausschuss des Kreistages erarbeitet das Papier gemeinsam mit der Verwaltung. Diesen Beschluss fassten die Abgeordneten auf ihrer Sitzung am Mittwoch.

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Eine Arbeitsgruppe hat den Hut zur Aufstellung des Konzeptes auf. Beteiligt werden zudem die Beauftragte für Migration und Integration sowie der Migrationsbeirat. "Der Landkreis verfolgt bei der Unterbringung von Flüchtlingen eine Doppelstrategie", erklärt Silvia Ulonska, Sozial- und Umweltdezernentin des Landkreises. So sollen die Asylsuchenden zunächst in Gemeinschaftsunterkünfte ziehen und anschließend dezentral in Wohnungen und Wohngemeinschaften untergebracht werden. Dabei gilt der Grundsatz: Gemeinschaftsunterkünfte sind Übergangsheime. Das bedeutet, Familien dürfen dort nicht länger als drei Monate leben, Einzelpersonen höchstens ein Jahr.

Eine besondere Herausforderung stellt die Suche nach geeigneten Wohnungen dar. "Entsprechende Regelungen sind mit den Bürgermeistern und Amtsdirektoren abzustimmen und im Konzept zu verankern", betont die Sozialdezernentin.

Zurzeit hat der Landkreis 162 Flüchtlinge untergebracht - darunter 72 in Bernauer und Eberswalder Wohnungen.

Fest steht bereits jetzt: Der Kreis muss jährlich 110 Asylbewerber aufnehmen. Ihnen sollen Deutschkurse angeboten werden. Dafür stellt der Kreis im Haushalt 2013/2014 jährlich zusätzlich 30 000 Euro bereit.

Im neuen Asylbewerberheim an der Bernauer Chaussee leben seit Anfang des Jahres 50 Personen. Anfang Februar werden zehn Neuankömmlinge erwartet. Über das Leben in diesem Heim informierten sich die Ausschussmitglieder am Mittwochabend bei einem Rundgang.

"Es macht großen Spaß, mit den Leuten zu arbeiten", berichtet die Leiterin Petra Stabenow. Die Flüchtlinge seien sehr dankbar für die herzliche Aufnahme in Wandlitz. Zudem gebe es erste Kontakte zu Einheimischen, die schon jede Menge Sachen gespendet haben. Auf Initiative von Ehrenamtlichen wurden beispielsweise zusammen Fahrräder repariert. Auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums besuchten das Heim und übersetzten für die Bewohner. Und es gibt noch mehr Ideen. "Die Jugendlichen wollen zusammen kochen, Fußball spielen und musizieren", sagt die Heimleiterin.

Nach und nach sollen die Kleinen auch an den Besuch der Kita gewöhnt werden und zunächst probeweise solche Einrichtungen besuchen.

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