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Brandenburg bewilligt 1,7 Millionen Euro für die Sanierung des Grundwassers am Teufelspfuhl

Anschub für neuen Stadtpark

Der Teufelspfuhl verwandelt sich: Zurzeit erhält die Panke in diesem Abschnitt einen naturnahen Verlauf zurück. Diese Arbeiten haben nichts mit der noch erfolgenden Grundwassersanierung zu tun.
Der Teufelspfuhl verwandelt sich: Zurzeit erhält die Panke in diesem Abschnitt einen naturnahen Verlauf zurück. Diese Arbeiten haben nichts mit der noch erfolgenden Grundwassersanierung zu tun. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 09.12.2017, 06:30 Uhr
Bernau (MOZ) Für die Grundwassersanierung am Teufelspfuhl hat Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) am Freitag EU-Mittel in Höhe von 1,7 Millionen Euro an Bernaus Bürgermeister André Stahl (Linke) übergeben. Die Sanierung ist Voraussetzung für die Anlage des Panke-Parks.

Die Verseuchung von zwei Grundwasserleitern am Teufelspfuhl in einer Tiefe von bis zu 40 Metern reicht in die 1960er-Jahre zurück. In einer Wäscherei auf dem damals von der sowjetischen Armee genutzten Gelände waren leicht lösliche chlorierte Kohlenwasserstoffe ausgetreten, von denen einige als krebserregend eingestuft werden. In der Folge wurde das nahe Bernauer Wasserwerk gesperrt. Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser erfolgt seitdem aus umliegenden Gemeinden und aus Berlin. Seit Jahren laufen die Bestrebungen, den Schaden zu beheben. Da die Giftstoffe schwerer als Wasser sind, haben sie sich in großer Tiefe abgesetzt. So gab es bereits ein Pilotprojekt des Forschungszentrums Karlsruhe. Bei der nun bevorstehenden Sanierung wird das Wasser an die Oberfläche gepumpt, durch aufwendige Filteranlagen gereinigt und wieder in den Teufelspfuhl abgegeben. Rund 2,5 Millionen Euro werden hierfür veranschlagt.

Neben den Eigenmitteln der Stadt beteiligt sich das Land mit 1,7 Millionen Euro daran. Dass dies möglich ist, so Kathrin Schneider, sei dem vor zwei Jahren ausgelobten brandenburgischen Stadt-Umland-Wettbewerb zu verdanken. Im Rahmen des Wettbewerbs werden Fördermittel aus drei europäischen Fördertöpfen gebündelt, sodass auch für aufwendige Vorhaben die erforderlichen Mittel aufgebracht werden können.

Die Bedeutung der Grundwassersanierung wirke sich weit über den Teufelspfuhl hinaus aus, sagte Kathrin Schneider mit Blick auf die neuen Wohnungen, die gegenwärtig am Schönfelder Weg entstehen, sowie die Entwicklung des gesamten Bahnhofsbereichs mit der Bahnhofspassage. André Stahl wies insbesondere auf den geplanten Panke-Park hin. "Die Grundwasseranierung ist die zwingende Voraussetzung für den Park", sagte André Stahl. Sobald sie begonnen habe, könne auch die neue Grünanlage geplant und in einzelnen Etappen realisiert werden. Die Abstimmung mit dem Landkreis laufe. Der Park werde etwa die Ausdehnung des Innenstadtbereichs haben. Eine umlaufende Skateboardbahn, Wege für Jogger und Radfahrer, Beach-Volleyballfelder und Liegewiesen seien geplant. Da diese große Parkanlage in der Stadt liege, trage sie zum innerstädtischen Naherholungsangebot für alle und damit auch zur Verkehrsvermeidung bei.

Mit der Bewilligung der 1,7 Millionen Euro ist der Finanzrahmen des Stadt-Umland-Wettbewerbs für die vier Kooperationspartner Bernau, Ahrensfelde, Panketal und Wandlitz keineswegs ausgeschöpft. Für sie stehen insgesamt mehr als 13 Millionen Euro insbesondere für die Gestaltung von Landschafträumen, umweltgerechte Mobilitätsangebote und die Aktivierung von Brachflächen zur Verfügung. Stahl, als Bürgermeister des sogenannten Leadpartners, signalisierte der Ministerin seine Zuversicht, dass die vier Partner in der Lage sind, das Geldfür einzelne Projekte abzurufen.

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