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Ellen Werner 27.10.2016 08:00 Uhr - Aktualisiert 27.10.2016 17:56 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Halloween ohne Clowns

Eberswalde (MOZ) Schluss mit den Horror-Faxen: Vielerorts nehmen Geschäfte Grusel-Clown-Masken nun aus den Regalen. In Eberswalde sind sie dort gar nicht erst angekommen. Zu Halloween ist hier eher Kunstblut gefragt. Nichtsdestotrotz gibt es auch im Barnim Vorfälle mit maskierten Grusel-Spaßmachern.

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Vor zwei Jahren waren Zombie-Clowns auf dem Eberswalder Forstfasching noch salonfähig.

© MOZ/Thomas Burckhardt

Gummigesichter mit offenen Wunden, Leuchtskelette, Zombie-Umhänge. Keine Clowns-Masken? Dominic, 15 Jahre alt, guckt das Sortiment am Drehständer durch. "Das war ein Spaß", stellt er auf Nachfrage schnell richtig. Überhaupt sehe er sich nur zum Vergnügen um. Für Halloween sei er zu alt, erklärt der Lieper, der in der Rathauspassage mit zwei Freunden an einem Laden für Scherz- und Fanartikel hängengeblieben ist. Und was die sogenannten Horror-Clowns betrifft - die fanden die drei bisher in Internetvideos ganz lustig. "Aber jetzt haben viele Leute Ängste", da sei der Spaß vorbei, meinen sie.

In Eberswalde könnten sie die Clowns-Masken offenbar nicht erstehen. "Die hatten wir noch nie", bestätigt Solveig Schüler, Mitarbeiterin in dem Geschäft. "Es gab auch noch keine Nachfragen." Dabei sei die Nachfrage nach Halloween-Artikeln allgemein groß. Kunstblut sei der Renner Nummer eins. "Masken kommen an zweiter Stelle", sagt die Verkäuferin. Am begehrtesten sei die Scream-Maske - das preiswerteste Modell.

In einem Billigladen in der Friedrich-Ebert-Straße, ebenfalls bekannt als Halloween-Händler, werden Möchtegern-Clowns genauso wenig fündig. Das gruseligste Angebot sind dort Hexenfinger im Zehnerpack. "Den Clownstrend finde ich ganz schlimm", sagt Jessica Raband, die in einem Kindergarten arbeitet und sich für die Halloweenfeier dort nach einer Hexennase umsieht. "Typisch Amerika", urteilt sie die Masken-Masche ab.

Auch in Schreibwarenläden und selbst bei großen Discountern wie in der Angermünder Chaussee, die ein umfangreicheres Halloween-Sortiment führen, sind die Clowns-Masken nicht zu haben - und werden wohl auch nicht nachgefragt. In einem Discounter an der Alten Brauerei gehen nicht einmal bewährte Horror-Kostüme besonders gut. "Die Scream-Masken sind sogar noch vom vorigen Jahr da", sagt eine Mitarbeiterin.

Bei Rosemarie Henning, die den einzigen Kostümverleih in Eberswalde betreibt, bleiben die Killer-Clowns ebenfalls draußen. "Wir haben zwar eine solche Maske. Die wollte aber schon lange keiner haben. Und vor dem aktuellen Hintergrund gebe ich sie auch nicht heraus", sagt die Eberswalderin.

Obwohl die makabren Masken in der Kleinstadt nicht in den Regalen liegen, sind sie doch in Umlauf. Unter den zehn Vorfällen mit Gruselclowns, die laut Mario Heinemann, Sprecher des Polizeipräsidiums, am vergangenen Wochenende brandenburgweit registriert wurden, gab es auch zwei im Barnim. So hatte ein 14-jähriger Maskierter in Eberswalde eine Passantin angegriffen. Am Dienstag erschreckten zudem in Bernau zwei Jugendliche, zwölf und 14 Jahre alt, mit Clownsmasken ein achtjähriges Mädchen. Die Mutter hielt beide fest, bis Polizisten eintrafen. Im Polizeipräsidium hofft man, dass das Grusel-Phänomen mit Halloween am Montag dann ein Ende hat.

Immerhin hat der fiese Modetrend aber auch Auswirkungen auf die Arbeit von Profi-Clowns wie Katrin Kullmann, die als Klinikclown in Eberswalde kranke Kinder zum Lachen bringt. "Ich bin richtig traurig und sauer, dass man das Gute am Clown nun als das Böse herausstellt", fürchtet sie um das Image ihrer Branche. Sie sei schon von vielen Leuten auf die aktuelle Clowns-Hysterie angesprochen worden.

Dass die Horror-Geschichten der falschen Faxenmacher auf ihren Arbeitsalltag abfärben, glaubt sie aber nicht. "Man hat sich ja über die Jahre etwas aufgebaut. Die Kinder hier freuen sich." Außerdem seien die echten mit den Schocker-Clowns eigentlich nicht zu verwechseln: "Wir arbeiten gar nicht mit Masken. Unsere kleinste Maske ist die rote Nase."

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