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Julia Lehmann 28.10.2016 06:38 Uhr - Aktualisiert 28.10.2016 16:02 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Spitze aus privater Sammlung

Chorin (MOZ) Die kleine Ausstellung in der Dorfkirche Brodowin bietet die letzte Gelegenheit die private Sammlung von geklöppelten Stücken und Klöppelkissen zu sehen. Die Eberswalder Klöppelgruppe hat die Exponate geliehen und steht Besuchern noch bis zum 31. Oktober mit Rat zur Seite.

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Einmaliges Ambiente: Für die Ausstellung privater Klöppel-Utensilien hat sich die Eberswalder Klöppelgruppe die besonders stimmungsvolle Atmosphäre der Brodowiner Dorfkirche ausgesucht.

© MOZ/Thomas Burckhardt

Die Faszination, die vom Klöppeln - also der Fertigung von Spitzen - ausgeht, muss eine ganz spezielle sein. Wie sonst ließe sich die Mühe und Ausdauer erklären, die hinter diesem Handwerk steckt? Vor allem das Erzgebirge, Harz, Frankenwald und viele weitere Regionen galten in der Vergangenheit als regelrechte Klöppelzentren. Auch die Mark Brandenburg zählt seit dem Bekanntwerden des Handwerks im 16. Jahrhundert dazu. Heute spielt Spitze besonders in der Mode wieder eine entscheidende Rolle.

Die Eberswalder Klöppelgruppe unterstützt den Erhalt des Handwerks und stellt die filigranen Spitzen selbst her. Mit den Stücken der privaten Sammlerin Inge Theuerkauf konnte eine geschichtsträchtige und in der Herkunft der Exponate spannende Ausstellung zusammengetragen werden, die noch bis einschließlich Montag in der Dorfkirche in Brodowin besucht werden kann. "Der Pfarrer war so freundlich, die Kirche zu heizen", verspricht Gisela Klamann von der Klöppelgruppe.

"Es werden verschiedene Spitzenarten vorgestellt", so Klamann. Das schließt unter anderem Nadel-, Sonnen- und Klöppelspitze sowie Häkel- und Strickarbeiten mit ein. Die Gruppe stellt außerdem Literatur und Informationsmaterial zur Verfügung. Besucher können sich unter fachkundiger Anleitung auch selbst als Klöppler oder Klöpplerin versuchen. "Wir sind immer vor Ort und zeigen, wie es geht", sagte Gisela Klamann. Klöppelkissen liegen bereit. Ebenso verschiedene Anfänge des Handwerks, damit auch Laien nachvollziehen können, wie die Technik funktioniert.

Bemerkenswert, so Klamann, seien auch die Klöppelkissen der Sammlung. So besitze Inge Theuerkauf Exemplare aus verschiedenen europäischen Ländern sowie Skandinavien oder auch Sri Lanka. Die Spitze, die damit entstehe sei zwar die gleiche, allerdings seien die Kissen selbst sehr sehenswert.

Gisela Klamann möchte die Gelegenheit der Ausstellung auch dazu nutzen, um auf den nationalen Wettbewerb des Klöppelclubs aufmerksam zu machen. Anlässlich des 500. Reformationstags im kommenden Jahr wurde auch die Aufgabe des Wettbewerbs gewählt: "Historische Randspitzen - neu interpretiert". "Die Leute sollen in ihren lokalen Kirchen Ausschau halten nach alten Spitzen. Meist findet man sie als Altartücher", klärt Klamann auf. Diese sollen als Ausgangsmaterial genommen werden, um auf eine moderne Weise neu umgesetzt zu werden.

"Das kann bedeuten, Spitze für Raumschmuck oder Mode oder aus modernen Materialien herzustellen", verrät Klamann ein paar Ideen. Es ist auch möglich die Spitzenart zu wechseln. "Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt", heißt es auf der Internetseite des Deutschen Klöppelverbandes, der den Wettbewerb unterstützt (www.deutscher-kloeppelverband.de).

Die Anmeldung zum Wettbewerb ist bis Ende Januar 2017 möglich, Abgabe der Spitzen sollte bis Ende September erfolgen. Die eingereichten Stücke sollen im Oktober 2017 in Chorin ausgestellt werden. Wichtig ist, das Originalstück entweder zu fotografieren oder sogar auszuleihen. Auch die "Ausgangsspitze" soll, wenn möglich, in der anschließenden Ausstellung zu sehen sein. An die Klöppel und los.

Kostenlose Klöppelausstellung "Spitzenfrühling Chorin" in der Dorfkirche Brodowin, Brodowiner Dorfstraße 11, Chorin, bis 31. Oktober von 11 bis 17 Uhr geöffnet, Informationen zur Teilnahme am Wettbewerb unter www.spitzenfruehling-chorin.de, Ansprechpartner: Gisela Klamann

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