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Wriezener schnappt sich Weltmeistertitel

Goldjunge: Maik Teichert, Betreiber des Wriezener Fitness-Studios, holte sich jetzt den WUAO-Weltmeistertitel im Kraftdreikampf. Insgesamt 460 Kilogramm hob der 45-Jährige während des Wettkampfes in Herzberg. Es ist sein zweiter Weltmeistertitel in dieser
Goldjunge: Maik Teichert, Betreiber des Wriezener Fitness-Studios, holte sich jetzt den WUAO-Weltmeistertitel im Kraftdreikampf. Insgesamt 460 Kilogramm hob der 45-Jährige während des Wettkampfes in Herzberg. Es ist sein zweiter Weltmeistertitel in dieser © Foto: Heike Jänicke
Heike Jänicke / 19.10.2016, 06:45 Uhr
Wriezen (MOZ) Er gehört zu den Besten. Nicht nur in Brandenburg oder Deutschland. Maik Teichert ist weltweit der Beste - in seiner Alters- und Gewichtsklasse. Bei der WUAP-Weltmeisterschaft in Herzberg/Elster holte sich der 45-Jährige jetzt die Goldmedaille im Kraftdreikampf.

Schwer hängt die große Goldmedaille um seinen Hals, die Urkunde hält er in der Hand. Maik Teichert ist stolz. Das sieht man ihm an. Allen Grund dazu hat er. Weltmeister zu werden, ist schon etwas ganz Besonderes, beinahe Einmaliges. Doch dem 45-Jährigen ist das Glanzstück nun zum zweiten Mal gelungen. Bereits vor drei Jahren schnappte er sich den Weltmeistertitel im Kraftdreikampf. Die Urkunde hängt in seinem Fitness-Studio "body enjoy" am Hafen, das er seit zehn Jahren betreibt.

Dort, am Rande der Oderbruchstadt, trainierte der groß gewachsene Teichert auch für den Wettkampf. "Ich wollte es einfach noch einmal wissen", sagt er. "Ich wollte wissen, wie weit ich gehen kann, meine Grenzen noch einmal austesten." Doch jetzt, nach dem zweiten großen Erfolg sei Schluss, versichert er.

537 Teilnehmer aus 21 Nationen gingen vom 5. bis 9. Oktober in Herzberg an den Start, unter anderem aus Polen, Bulgarien, Rumänien, Spanien, Italien, Thailand, USA oder auch England. Es war ein Messen auf Augenhöhe.

Beim Kraftdreikampf müssen die Teilnehmer im Gegensatz zum Gewichtheben, das die zwei Disziplinen Reißen und Stoßen umfasst, drei Disziplinen ausüben - die Kniebeuge, das Bankdrücken und das Kreuzheben. Bei der Kniebeuge lagert die Hantel hinter dem Nacken des Sportlers, der sich dann mit geradem Rücken in die Kniebeuge begibt und wieder in die Ausgangsposition. Beim Bankdrücken liegt der Sportler mit dem Rücken auf einer so genannten Drückerbank und entnimmt zuerst die Hantelstange aus der Ablage, senkt das Gewicht auf seine Brust, um es dann schnell wieder in die Ausgangsposition hoch zu drücken. Beim Kreuzheben liegt die Hantel horizontal vor dem Sportler. Diese muss er dann nah am Körper nach oben ziehen. Bei allen drei Disziplinen ist eine enorme Kraft gefragt. Wichtig ist die richtige Atemtechnik und eine gute Körperspannung.

Das weiß Maik Teichert nur allzu gut. Schließlich gibt er in seinem Studio Kurse. Deshalb weiß er aber auch, dass gerade solche Disziplinen nicht unbedingt gut für die Gelenke seien und es nicht ungefährlich sei.

Dennoch: Der Ehrgeiz packte ihn. Viermal in der Woche trainierte er hart an den Geräten. Und das seit Mitte Mai! Das sei nicht immer einfach gewesen, gibt der 45-Jährige zu. Denn nebenbei musste er ja auch noch sein Unternehmen führen, Kurse geben. Es gab Tage, so der Wriezener, da habe es sich fast gar nicht gelohnt, nach Hause zu fahren, weil es einfach zu viel gewesen sei.

Seit 25 Jahren treibt Maik Teichert Kraftsport. Die Idee, sich irgendwann mit den Besten der Welt zu messen, hatte er vor etwa sechs Jahren. Dass es dann 2013 das erste Mal klappte, macht ihn noch heute stolz. Damals sei auch seine Frau dabei gewesen. In diesem Jahr allerdings nicht. Sie sei jedoch froh gewesen, dass er heil und gesund wieder nach Hause gekommen sei, sagt Maik Teichert.

Insgesamt 460 Kilogramm hat der Wriezener bei der WUAP (World United Amateur Powerlifting)-Weltmeisterschaft im Kraftdreikampf gehoben und landete damit in der Gewichtsklasse bis 125 Kilogramm und in der Altersklasse 45 bis 49 Jahre auf dem Siegertreppchen.

Über einen weiteren ersten Platz konnte sich Wolfgang Hökendorf freuen. Der 70-Jährige, er trainiert regelmäßig im Wriezener Fitness-Studio und ist der Mentor von Maik Teichert, trat in der Altersklasse bis 75 Jahre in der gleichen Disziplin in Herzberg an. Das sei eine Wahnsinnsleistung, so Maik Teichert.

Inzwischen hat ihn der Alltag wieder. Maik Teichert ist als Unternehmer gefordert. Und als solcher gibt er verschiedene Kurse. Unter anderem den Reha-Kurs und X-Do, ein Kurs, der Kraftsportelemente mit Musik verbindet. Die Kurse sind gut besucht, wie das Studio überhaupt. Alle Altersgruppen kommen zum regelmäßigen Training. Zurzeit beobachte er jedoch einen Wandel. Vor allem der älteren Generation werde bewusst, dass man mit Bewegung vielem vorbeugen kann. "Sie merken, dass der Muskelaufbau das Wichtigste ist. Muskeln sind wie Medizin", so der erfahrene Fitnesstrainer und Weltmeister.

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