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Christina Schmidt 06.09.2013 19:08 Uhr
Red. Bad Freienwalde, freienwalde-red@moz.de

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Schüler studieren Wahlprogramme

Wriezen (MOZ) Soziale Gerechtigkeit, Euro-Rettungsschirm, Schuldenbremse - viele Wähler von morgen wissen nicht, was sich hinter den so oft gebrauchten Schlagwörtern eigentlich verbirgt. In den Wriezener Schulen sind die anstehenden Bundestagswahlen deshalb ein hochaktuelles Thema.

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"Uns ist es wichtig, dass sich die Schüler mit Stichworten wie Bankenverstaatlichung und Regulierung des Strommarktes auseinandersetzen", erklärt Schulleiterin und Politiklehrerin Sibylle Fuhge. In der 9. und 10. Klasse werden in der Allende-Schule dabei die Grundlagen aus der 5. und 6. Klasse vertieft. Die Wahlgrundsätze, die Fünf-Prozent-Hürde, was Erst- und Zweitstimme sind, all das wird noch einmal behandelt. In jedem Jahrgang, unabhängig davon, ob gerade Wahlen vor der Tür stehen oder nicht. Von potentieller Wahlmüdigkeit kann Sybille Fuhge bei ihren Schülern nicht sprechen. "Sie sind sehr interessiert und haben meist bereits eine Meinung, welcher Partei sie ihre Stimme geben würden", erzählt sie. Die Wahlprogramme sind für viele Schüler allerdings derart komplex, dass eine nähere Auseinandersetzung damit kaum vorkommt. Sie seien zu umfangreich und wenig praxisorientiert, sodass nur einzelne Themenbereiche näher diskutiert werden, informiert die Schulleitung. Unschätzbare Unterrichtshilfe ist der Wahl-o-mat im Internet, bei dem die jungen Leute durch die Beantwortung von Fragen herausfinden können, welche Partei ihre Ansichten am Besten widerspiegelt. Dabei gebe es durchaus auch überraschende Ergebnisse, über die dann im Klassenverband rege debattiert wird.

Während die Bundestagswahlen umfangreich behandelt werden, kommt die Landratswahl, an der einige Schüler, die bereits 16 Jahre alt sind, erstmals teilnehmen dürfen, nur am Rande vor. Die Kandidaten dürfen sich in den Schulen nicht persönlich vorstellen, und die Fachlehrer vermeiden es, die jungen Leute in der Meinungsbildung in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Auch, wenn durchaus über Ziele und Pläne der politischen Vertreter diskutiert wird. Dass in wenigen Wochen gewählt wird, ist im Johanniter-Gymnasium bereits im Schulhaus zu erkennen. "Stimme geben, schöner leben" oder "Auf und los, die Auswahl ist groß" lauten die Aufschriften auf den selbst gestalteten Wahlplakaten, die zum Urnengang anregen sollen. Die Gymnasiasten nämlich werden wählen. Gemeinsam mit rund 500 000 anderen Schülern der 10. Klassen in ganz Deutschland geben sie bei der Juniorwahl ihre Stimmen ab. Das Projekt ist ein Testlauf für zukünftige Erstwähler und soll Jugendliche dazu animieren, sich an demokratischen Prozessen zu beteiligen. "Obwohl sie offiziell nicht wählen dürfen, ist die Juniorwahl ein Sprachrohr der Jugend. An der von ihnen ausgesendeten Botschaft werden die Politiker bei so vielen Teilnehmern nicht vorbeikommen", ist Politiklehrerin Annette Godefroid sicher.

Ein paar Tage vor der offiziellen Wahl werden die Gymnasiasten - alles wie beim Original - in die Wahlkabinen treten und, nach dem Kreuzchenmachen, den Stimmzettel in eine extra vorbereitete Urne werfen. "Alles soll so authentisch sein wie möglich", so Annette Godefroid. Ihre Wahlbenachrichtigung haben die Schüler bereits erhalten. Nach der Stimmabgabe werden gewählte Wahlvorstände das Ergebnis auszählen und an die Zentralstelle weiterleiten. Auch das liegt in der Verantwortung der Schüler. Welche Partei die Jugend in Deutschland überzeugen konnte, das wird nach Schließung der Wahllokale am Abend des 22. September veröffentlicht.

Ebenso intensiv wie der Wahlgang an sich vorbereitet wurde, ist zuvor auch die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Wahl. In Gruppenarbeit haben die Gymnasiasten die Programme der Parteien seziert, die Botschaft der Wahlplakate ausgewertet und eigene entwickelt, sich in die politischen Akteure hineinversetzt, Debatten nachgestellt und Reden verfasst. Dabei mussten sie zum Beispiel Positionen vertreten, die sie persönlich gar nicht einnehmen - eine Übung, die die Reflexion der eigenen Ansichten unterstützt und die Akzeptanz anderer Meinungen verstärkt.

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