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Fürstenwalder Bevölkerungsprognose geht von wachsender Stadt aus

Platz für 1500 Haushalte

Manja Wilde / 12.12.2017, 19:50 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) 1500 neue Haushalte könnten in Fürstenwalde bis 2030 entstehen, wenn 85 Prozent aller Wohnbauflächen aktiviert würden. Die Einwohnerzahl könnte von 33 100 auf 34 500 steigen. Ein entsprechendes Szenario stellte Roland Fröhlich von der Brandenburgischen Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung (BBSM) jetzt vor.

"Von welcher Einwohnerzahl können wir ausgehen?" Diese Frage habe man sich oft gestellt, als am Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) für Fürstenwalde gearbeitet wurde, sagt Christfried Tschepe, der für Stadtentwicklung zuständig ist. Die Prognosen des Landes gingen von sinkenden Einwohnerzahlen aus. Der Flüchtlingsstrom und die Zuwanderung deutscher Bevölkerung sind darin nicht berücksichtigt. "Die Halbwertzeit solcher Prognosen ist begrenzt", sagt Tschepe. Die Stadt entschied sich, erstmals eine eigene in Auftrag zu geben.

Jetzt liegt sie vor. 17 800 Euro hat sie gekostet. Roland Fröhlich von der BBSM stellte die Ergebnisse im Stadtentwicklungsausschuss vor. "Seit 2014 haben wir Zuzug in die Stadt zu verzeichnen", sagte Fröhlich. Eine Grafik zeigt: Von 2014 bis 2016 wuchs Fürstenwalde um 109 Deutsche, 217 Menschen aus der Europäischen Union und westlichen Ländern sowie 1212 "sonstige" Ausländer. Mit knapp 500 Personen allein im Jahr 2016 sind Syrer besonders stark vertreten. Es folgen Menschen mit ungeklärter Staatsbürgerschaft und Polen. Rückläufig ist der Zuzug russischer, afghanischer und vietnamesischer Bevölkerung.

Andere Grafiken blenden die Flüchtlinge aus. Sie verdeutlichen, dass seit 2014 erstmals viele Familien aus Berlin nach Fürstenwalde zogen. Allerdings wanderten noch deutlich mehr Familien ins Umland ab.

Aus der Ist-Analyse erstellte BBSM drei Szenarien, wie sich die Bevölkerung bis 2030 entwickeln könnte. Das erste lehnt sich an die Landes-Prognose an. "Es ist nicht mehr aktuell und dient nur als Referenzgröße", betonte Fröhlich. Das zweite orientierte sich an den Wanderungssalden der letzten vier Jahre. Und das dritte geht von einer starken Nachfrage nach Wohnraum und der Aktivierung von Wohnungsbauflächen aus. Folge: Rund 1500 neue Haushalte könnten bis 2030 entstehen. Es soll nun erst einmal als Arbeitsgrundlage für die Stadtentwicklung dienen. "Die Nachfrage nach Grundstücken ist da, die hohen Preise in Berlin und Potsdam erhöhen sie weiter und der Flughafen BER wird sich auch positiv auswirken", begründet Tschepe.

Als Beispiele für Flächen, auf denen Wohnungsbau möglich werden soll, nennt Carsten Fettke, Leiter der Fachgruppe Bau- und Liegenschaftsmanagement, die Spreevorstadt im Bereich der Leistikowstraße und die Ketschendorfer Feldmark 2 - wo ab 2018 mehr als 50 Grundstücke zum Verkauf stehen. In Nord gebe es Potenzial auf einer Freifläche an der Triftstraße. "Die Stadt hat dort 2017 eine rund 30 000 Quadratmeter große Fläche gekauft, auf der alte Schweineställe stehen", erklärt Fettke. Ein Mischgebiet aus Wohnen und Gewerbe wäre dort denkbar.

Die Infrastruktur soll mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten. "Wir wissen, dass wir ein bisschen Nachholbedarf haben", räumt Tschepe ein. Sobald es das Geld zulasse, seien darum Hort-Neubauten für Fontane- und Jähn-Grundschule geplant. Im Jahr 2018 soll in Zusammenarbeit mit Rahn Education eine neue Kita an der Trebuser Straße gebaut werden.

Kommentar: Der Wunsch ebnet den Weg

Welche Zukunft hätten S' denn gern? Mit dieser Frage könnte man die Diskussion über das Wachsen oder Schrumpfen der Stadt Fürstenwalde bis 2030 einleiten. Beide Szenarien sind möglich.Die Prognose des Landes sieht ab 2020 einen Einbruch der Bevölkerungszahlen voraus - obwohl die Einwohner laut Melderegister mehr werden. Die Stadtverwaltung wünscht sich aber Wachstum. Es gibt Nachfrage und Flächen, um Wohnraum zu schaffen. Das Büro BBSM erstellte im Auftrag Fürstenwaldes das Szenario einer wachsenden Stadt.Daran, dass das bestellte Szenario wahr wird, wird bereits gearbeitet. Bauprojekte sind in Planung. Aber bestellt oder nicht - jetzt auf eine schrumpfende Stadt zu setzen, ließe sich kaum begründen. Manja Wilde

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