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31.03.2015 16:15 Uhr

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Menschliche Überreste in Berliner Museen - Stiftung will Aufklärung

Berlin (dpa) Nach der Übernahme tausender Schädel und Gebeine von der Berliner Charité will die Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Herkunft der menschlichen Überreste so schnell wie möglich klären. Wenn sich dabei eindeutig nachweisen lasse, dass die Fundstücke auf zweifelhaftem Weg nach Berlin gelangten, sei auch eine Rückgabe an das Herkunftsland denkbar, erklärte die Stiftung in einem am Dienstag veröffentlichten Positionspapier.

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Die Stiftung hatte mit der sogenannten Luschan-Sammlung rund 8000 Skelette, Schädel und andere menschlichen Überreste von der Berliner Charité übernommen. In den ethnologischen Sammlungen der Museen lagern außerdem unter anderem auch Flöten aus menschlichen Knochen und archäologische Funde aus Skeletten, menschliche Haare und Haut. Seit Ende 2011 betreut das Museum für Vor-und Frühgeschichte die Sammlung.

Die Luschan-Sammlung geht zurück auf den Anthropologie-Professor Felix von Luschan (1854-1924), langjähriger Leiter der Abteilungen Afrika und Ozeanien im Berliner Völkerkundemuseum. Die Überreste, die währende der deutschen Kolonialzeit zusammengetragen wurden, dienten auch der rassistischen Forschung. Nun soll vor allem bei der Planung für die Ausstellung im Humboldt-Forum ihre eindeutige Herkunft festgestellt werden.

Dabei geht es laut Stiftung auch um die Frage, ob bei der Übernahme ethische Regeln eingehalten wurden. Der Umgang mit Verstorbenen sei unterschiedlich: In der christlichen Welt würden mehr als 100 Jahre alte Überreste in der Regel wie Objekte behandelt und auch in Museen aufbewahrt; in anderen Kulturen gebe es dagegen große Vorbehalte, Leichen außerhalb von Begräbnisorten zu zeigen.

Bereits im April 2013 hatte die Charité aus ihren Sammlungen Gebeine von 33 indigenen Australiern übergeben. Eine Delegation aus Australien war dafür nach Deutschland gekommen. Nicht-Regierungsorganisationen hatten im vergangenen Jahr die Preußenstiftung aufgefordert, sich für die Provenienzforschung auch von menschlichen Überresten in ihren Beständen einzusetzen.

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