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Linksextremer Brandanschlag im Szenekiez Neukölln

In Berlin haben in der Nacht zum Freitag fünf Autos gebrannt. In Berlin-Neukölln standen vier Fahrzeuge in Flammen, wie die Polizei mitteilte.  Zwei Fahrzeuge gehörten laut Polizei einer Restaurantkette.
In Berlin haben in der Nacht zum Freitag fünf Autos gebrannt. In Berlin-Neukölln standen vier Fahrzeuge in Flammen, wie die Polizei mitteilte. Zwei Fahrzeuge gehörten laut Polizei einer Restaurantkette. © Foto: dpa
dpa / 21.04.2017, 16:27 Uhr
Berlin (DPA) Mit Beginn des Frühlings und kurz vor dem 1. Mai werden auch die gewaltbereiten Linksautonomen in Berlin wieder aktiver. Die Veränderung bestimmer Stadtteile war für die extremistische Szene schon immer Anlass für Anschläge.

Vermutlich linksextreme Täter haben einen Brandanschlag auf eine Restaurantkette im Berliner Szenekiez Nord-Neukölln verübt. Sie zündeten in der Nacht zu Freitag zwei Autos der Imbisskette Schillerburger in der Herrfurthstraße an. Drei weitere Wagen fingen Feuer, so dass fünf Fahrzeuge brannten, wie die Polizei mitteilte. Vier Autos wurden komplett zerstört.

Ein Passant hatte gegen 4.50 Uhr die Feuerwehr alarmiert, nachdem er die Flammen an den zwei hintereinander parkenden Wagen der Imbisskette gesehen hatte. Feuerwehrleute löschten. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Polizei ermittelt.

Die Imbisskette betreibt in Berlin acht Läden für die derzeit sehr beliebten Hamburger. Die Kette war schon vor fünf Jahren Ziel von Anschlägen durch Täter, die gewaltsam gegen die Veränderung der Stadt ankämpften. Zu diesem Brandanschlag bekannten sich damals im Internet Linksautonome.

Die Gegend um die Herrfurthstraße hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Seitdem der nahe gelegene Flughafen Tempelhof geschlossen wurde und die Fläche ein riesiges Freizeitgelände ist, wurde der sogenannte Schillerkiez immer beliebter. Junge Touristen bevölkerten die Kneipen, die Mieten stiegen heftig und immer mehr neue Restaurants eröffneten. Gleichzeitig gibt es linke und linksradikale Stadtteilinitiativen, die sich gegen die Veränderung wehren.

Der CDU-Abgeordnete Stefan Evers kritisierte: "Der Senat lässt wieder einmal nichts von sich hören. Rot-Rot-Grün bleibt auf dem linken Auge blind. (...) Wenn sich Linksradikale in Neukölln ungehindert warm laufen können, heißt das für den bevorstehenden 1. Mai nichts Gutes."

Für die SPD erklärte der Innenpolitiker Tom Schreiber: "Der Linksextremismus zeigt wieder, wofür er steht: Angst und Schrecken zu verbreiten unter dem Deckmantel der Gentrifizierung in Berlin. (...) Diese Taten sind auf das Schärfste zu verurteilen."

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