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19.05.2017 12:25 Uhr

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Mieten in Berlin: Familien in Altbauten sind die Verlierer

Berlin (DPA) Beim Mietniveau liegt Berlin weiter klar hinter München und Hamburg. Doch die Preise steigen und steigen. Das trifft vor allem die Schwächsten.

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Die Mieten in Berlin ziehen weiter an.

© dpa

Die Mieten in Berlin ziehen weiter an. Trotz Preisbremse stiegen sie im neuen Mietpreisspiegel sogar stärker als noch vor einigen Jahren. Verlierer sind vor allem Familien, die große Wohnungen brauchen, und Singles mit geringen Einkommen. Der am Freitag vorgestellte Mietspiegel ist allerdings umstritten.

Der Wohnungsmarkt bleibe stark angespannt, sagte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke). Der deutliche Mietenanstieg zeige auch, dass die Politik mehr Möglichkeiten zur Regulierung brauche, beispielsweise durch Begrenzung von Mieterhöhungen in alten Verträgen und nach Modernisierung.

Seit 2015 gingen die Mieten laut Mietspiegel jedes Jahr um durchschnittlich 28 Cent pro Quadratmeter nach oben. Die Nettokaltmiete liegt im Schnitt nun bei 6,39 Euro pro Quadratmeter. Nicht berücksichtigt sind hier allerdings Sozialwohnungen und solche mit Altmietverträgen, die seit vier oder mehr Jahren nicht verändert wurden. Besonders stark stiegen die Mieten in Altbauten, in kleinen Wohnungen bis 40 Quadratmeter und in großen Wohnungen mit mehr als 90 Quadratmetern.

Das Mietniveau in der Hauptstadt liegt dabei weiter deutlich unter dem anderer Großstädte: In München zahlt man mit 11,23 Euro fast doppelt so viel. Auch in Hamburg müsse man mit 8,02 Euro deutlich tiefer in die Tasche greifen, sagte Lompscher. Dort seien allerdings auch die Einkommen höher.

Der Berliner Mietspiegel basiert auf 12 700 Daten und ist laut Senat damit der umfangreichste in Deutschland. Er liefert alle zwei Jahre eine Übersicht über ortsübliche Vergleichsmieten für knapp 1,4 Millionen nicht preisgebundene Wohnungen in Berlin.

Zuletzt stiegen die Mieten demnach jährlich im Schnitt um 4,6 Prozent. Der vorangegangene Mietspiegel für 2013 bis 2015 hatte noch ein Plus von 2,7 Prozent ausgewiesen.

Zwei Vermieterverbände, Haus und Grund sowie der Verband Freier Wohnungsunternehmen, erkennen den neuen Berliner Mietspiegel nicht als qualifiziert an. Nur 75 Prozent der erhobenen Daten seien berücksichtigt worden, kritisierte der Landesvorsitzende von Haus und Grund, Carsten Brückner. So werde das Mietniveau künstlich gesenkt. Extremwerte waren bei der Berechnung nicht berücksichtigt worden.

Der Berliner Mieterverein dagegen erkennt den Mietspiegel an. Trotz der Angriffe durch die Vermieter sei er ein geeignetes Kontrollinstrument für die Mieter. Nur selten seien Mieterhöhungen auch begründet. Deshalb solle sich die rot-rot-grüne Berliner Landesregierung im Bundesrat für eine stärkere Begrenzung und bessere Begründung von Mieterhöhungen einsetzen. Eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt für Mieter mit geringem und mittlerem Einkommen sei nicht absehbar.

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