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Mehrweg-Becher-Initiativen erfolgreich gestartet - Beteiligung steigt

Tanja Wielgoß (l-r, Vorstandsvorsitzende der Berliner Stadtreinigung (BSR), Regine Günther, Umweltsenatorin, Barbara Metz, Geschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und Tobias Weber, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Berlin
Tanja Wielgoß (l-r, Vorstandsvorsitzende der Berliner Stadtreinigung (BSR), Regine Günther, Umweltsenatorin, Barbara Metz, Geschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und Tobias Weber, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Berlin © Foto: dpa
dpa / 12.08.2017, 16:50 Uhr
Berlin (DPA) Der Coffee-to-go-Becher ist zum Symbol für die Wegwerfkultur geworden. In Berlin haben zwei Initiativen den Kampf dagegen aufgenommen.

Wer beim Kaffeekauf auf Pappbecher verzichtet, wird in vielen Berliner Cafés und Bäckereien seit einigen Wochen belohnt. Bei den Berlinern kommt das Konzept offenkundig gut an: Etwa einen Monat nach dem Start ziehen zwei voneinander unabhängige Initiativen positive Bilanz.

Innerhalb weniger Wochen habe sich die Zahl der teilnehmenden Verkaufsstellen bereits verdreifacht, sagte eine Sprecherin der Umweltverwaltung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Mitte Juli war die Aktion "Better World Cup" von Senat, Stadtreinigung (BSR) sowie Wirtschafts- und Umweltverbänden mit etwas mehr als 100 Cafés, Bäckereien und Läden gestartet. Kurz darauf seien es bereits 169 gewesen. Jetzt habe auf Werben der Industrie- und Handelskammer eine große Bäckereikette zugesagt, in ihren 250 Filialen demnächst auch mitgebrachte Mehrweg-Becher zu befüllen. Zudem liefen Gespräche mit einer Hotelkette.

"Better World Cup" empfiehlt dem Handel, den Kunden einen Rabatt von 20 Cent zu gewähren, wenn diese mit dem eigenen To-Go-Becher kommen. So soll die Flut von Einwegbechern gestoppt werden. In der Hauptstadt gehen der Verwaltung zufolge täglich geschätzt 460 000 Einwegbecher über den Tresen, 170 Millionen Stück im Jahr. Die Behälter aus Pappe und Plastik gelten als Umweltsünde und machen der Berliner Stadtreinigung (BSR) viel Arbeit, wenn sie achtlos weggeworfen werden.

Auch die ebenfalls vor rund einem Monat gestartete Mehrweg-Initiative "Recup" ist zufrieden mit der Resonanz. Die Idee sei in der Hauptstadt "sehr gut angenommen" worden. Zu den anfangs rund 45 Partnern kämen ständig neue hinzu, sagte Geschäftsführer Fabian Eckert.

"Recup" ist ein Mehrwert-Pfandsystem. Den Kaffee bekommt man nicht in die eigene Tasse, sondern in Mehrweg-Becher, für die man Pfand bezahlt. Die Becher können, ähnlich wie Mehrwegflaschen im Supermarkt, in unterschiedlichen Cafés zurückgegeben werden. Zwischen 10 000 und 15 000 Pfandbecher seien in Berlin im Umlauf, sagte Eckert. Er erwartet in den kommenden Wochen, mit dem Ende der Sommerurlaubs-Zeit, noch mehr Andrang. Das Pfandsystem richte sich weniger an Touristen, die kurzfristig in der Stadt seien, als an Einheimische, die die Becher im Büro stapeln und gesammelt zurückbringen könnten.

Auch der rot-rot-grüne Berliner Senat denkt als nächsten Schritt über ein solches Pfandsystem nach. "Da gibt es aber noch nichts Konkretes", sagte die Sprecherin der Umweltverwaltung.

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