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Mehr als 3000 Sumpfkrebse im Tiergarten eingefangen

Ein Tourist hält in Berlin im Tiergarten einen roten amerikanischen Sumpfkrebs (Procambarus clarkii) in der Hand und setzt ihn in einen Teich.
Ein Tourist hält in Berlin im Tiergarten einen roten amerikanischen Sumpfkrebs (Procambarus clarkii) in der Hand und setzt ihn in einen Teich. © Foto: dpa
13.09.2017, 14:55 Uhr
Berlin (dpa) Sie werden bis zu 15 Zentimeter groß und haben auffällige Dornen an den Scheren: Eigentlich in Nordamerika heimische Sumpfkrebse krabbeln mitten in Berlin. Nun wird das wahre Ausmaß der Besiedlung deutlich.

Im Berliner Tiergarten leben wesentlich mehr Sumpfkrebse als bislang angenommen. Die Tiere sind in Deutschland eigentlich nicht heimisch. Innerhalb der vergangenen zwei Wochen seien bereits mehr als 3000 Rote Amerikanische Sumpfkrebse am Neuen See in dem Park gefangen worden, sagte Wildtierexperte Derk Ehlert von der Umweltverwaltung auf Anfrage. "Wir sind mehr als überrascht über die Menge." Ehlert hatte den Bestand ursprünglich auf etwa 200 Exemplare geschätzt. Zuerst hatte der Sender Radio Berlin 88,8 auf Twitter davon berichtet.

Das Fischereiamt hatte Ende August mit Fangaktionen begonnen, da eine Abwanderung der Krebse in andere Gewässer befürchtet worden war. Dies zu verhindern, ist auch die Vorgabe: Der Sumpfkrebs steht auf einer Liste der EU-Kommission mit eingewanderten Arten, die potenziell schädlich sind - etwa für einheimische Arten und Ökosysteme. Der hiesige Bestand geht vermutlich auf Aussetzungen zurück.

Die bisher gefangenen Tiere seien zwischen einem und vier Jahren alt, so Ehlert. Sie würden vom Fischereiamt "fachgerecht entsorgt". Bislang übernähmen die Mitarbeiter die Aufgabe im Rahmen der Gewässeraufsicht - für eine Bekämpfung in der Zukunft brauche es andere Lösungen, betonte Ehlert. Dauerhaft sei dies nicht im Budget. Ehrenamtliche Hilfe sei zuletzt nicht mehr nötig gewesen, da sich der Einsatz von Reusen als effektiver als der Einsatz von Keschern erwiesen habe.

Der Experte rechnet aber damit, dass die roten Krebse lediglich dezimiert werden können: "Wir gehen davon aus, dass wir nicht alle rausholen können", sagte Ehlert auch mit Blick auf das bevorstehende Ende der Fangaktion in einigen Tagen. Grund ist die kühlere Witterung, mit der auch die Aktivität der Tiere zurückgehen werde.

In Berlin erregen die Krebse seit Mitte August Aufmerksamkeit. Sie kamen wohl auch wegen des vielen Regens aus ihren Verstecken und krabbelten sogar auf Straßen.

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