Donnerstag, 2. September 2010

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Kaltfront: Feuerwehr im Einsatz

Berlin (DPA) Gummistiefel statt Strandlatschen: Eine Kaltfront mit Gewittern hat die Rekordhitze in Berlin und Brandenburg abgelöst. Die Temperaturen gingen am Freitag um gut 10 Grad auf teilweise unter 20 Grad zurück. Gewitter brachten bis zu 25 Liter Regen je Quadratmeter. Die meisten Schäden wurden in Berlin registriert, während es in Brandenburg nur ganz vereinzelt überflutete Keller oder Straßen gab.

  Nach heftigen Regenfälle in der Nacht in Berlin ist die Schlichtallee wegen Überflutung der Fahrbahn in Rummelsburg unter der Bahnbrücke gesperrt. © dpa

In der Hauptstadt rückte die Feuerwehr seit Mitternacht zu 36 meist kleineren Wasserschäden aus. Wegen der Wassermassen mussten nach Angaben der Polizei am Morgen aber zwei für den Verkehr wichtige Straßentunnel gesperrt werden. Der Keller eines Behindertenheims in der Pistoriusstraße in Weißensee wurde komplett überflutet. Das Abpumpen von 200 Kubikmeter Wasser dauerte mehrere Stunden. Sieben Bäume stürzten wegen Sturmböen um oder verloren größere Äste.

Im Müggelsee wurde nach einem Badeunfall ein 19-Jähriger vermisst. Er wollte am Donnerstag mit drei anderen Männern zu einer 200 Meter entfernten Messinsel schwimmen und ging dabei plötzlich unter. Taucher und ein Hubschrauber suchten ihn vergeblich.

In den nächsten Tagen bleiben die Temperaturen vergleichsweise frisch. Nachts liegen die Tiefsttemperaturen teilweise sogar um die 10 Grad. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge war dieser Juli der bisher heißeste seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen in Potsdam vor mehr als hundert Jahren.

Die Abkühlung hat ihre guten Seiten. Mit den Temperaturen sinken Blutdruck und Herzfrequenz. „Der Wetterwechsel ist für den Körper aus medizinischer Sicht eine erhebliche Entlastung“, sagte Prof. Dr. Hanns-Christian Gunga vom Institut für Physiologie an der Charité der Nachrichtenagentur dpa. An heißen Tagen arbeite das Herz- Kreislauf-System auch nachts auf Hochtouren. „Dabei kann sich der Körper nicht ausruhen“, sagte Gunga. Das ändere sich mit fallenden Temperaturen. Die Schlaf- und Erholungsphase dauere nun wieder deutlich länger.

Die Berliner Seen sind ziemlich trüb. Das heiße Sommerwetter machte den Gewässern zu schaffen. Blaualgen vernebeln die Sicht - und die sich zersetzenden Bakterien stinken. Zwar war nach den regelmäßigen Untersuchungen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) an 38 Berliner Badestellen die Wasserqualität bisher hervorragend.

Bei so heftigem Regen kann allerdings alles mögliche in Seen gespült werden, was auf der Straße liegt - Müll, Hundekot oder tote Tiere. Nach einem solchen Niederschlag brauchen die Seen gut eine Woche, um sich zu erholen, heißt es. Ein Badeausflug ist in dieser Zeit nicht unbedingt empfehlenswert.



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