Samstag, 4. Februar 2012

Frankfurt
bedeckt
-9°C/-7°C

06.08.2010 16:34 Uhr - Aktualisiert 07.08.2010 11:28 Uhr

nachrichten/berlin/artikel-ansicht/dg/0/

Taschendiebstahl boomt in Berlin

Berlin (DPA) Die zahlreichen Touristen in Berlin sind besonders in der jetzigen Sommersaison leichte Opfer für Taschendiebe. „Der Taschendiebstahl boomt zur Zeit“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf der dpa. Das liege auch an der Jahreszeit. Die Taschendiebe würden sich zwar nicht speziell auf Besucher der Hauptstadt konzentrieren, die Vorteile für Kriminelle seien aber klar: „Touristen sind viel draußen unterwegs, tragen bei Wärme Handtaschen oder Portemonnaies offener mit sich herum und sind häufig von Sehenswürdigkeiten abgelenkt.“    Oft würden Asiaten Opfer von Taschendiebstählen, sagte Neuendorf. Sie hätten erfahrungsgemäß viel Bargeld dabei und würden sich nicht lautstark wehren, wenn sie den Diebstahl bemerken. „Die Gefahr, festgehalten oder verfolgt zu werden, ist in solchen Fällen für die Diebe geringer.“ Die Kriminellen konzentrieren sich laut Neuendorf auf zentrale Orte der Stadt wie Friedrichstraße, Museumsinsel oder Potsdamer Platz, sowie auf volle Busse und Bahnen.    Die meisten Taschendiebe kommen nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ (Freitag) aus Algerien, Chile und Rumänien. Sie arbeiten fast immer in Vierergruppen und kassieren je nach Saison bis zu 250 Euro am Tag.    Die 2005/2006 gegründete „Ermittlungsgruppe Tasche“ der Polizei habe in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich gearbeitet, sagte Neuendorf. Die Zahl der Taschendiebstähle sei von damals 18 000 im Jahr auf 12 000 gesunken. Inzwischen sei ein eigenes Kommissariat mit 50 Polizisten eingerichtet worden.    Die Berliner Ermittler sind in diesem Punkt sehr zufrieden mit ihrer Arbeit. In anderen europäischen Touristenzentren wie Florenz, Mailand oder Barcelona habe die Polizei im Kampf gegen Taschendiebstähle weitgehend kapituliert, heißt es von den Polizeiexperten.

  Die zahlreichen Touristen in Berlin sind besonders in der jetzigen Sommersaison leichte Opfer für Taschendiebe. © dpa

Die Polizei rät Touristen auch, um illegales Hütchenspiel am besten einen großen Bogen zu machen. „Wer nicht zuschaut, läuft auch nicht Gefahr, bedrängt und zum Spielen verleitet zu werden“, sagte Neuendorf am Freitag. Kleine Gruppen, die vorwiegend aus dem früheren Jugoslawien stammen, lockten mit dem Spiel vor allem ahnungslosen Hauptstadtbesuchern das Geld aus der Tasche. Die Berliner hätten da schon mehr Erfahrung und seien vorsichtiger.    Kaum Gefahr drohe Touristen in Berlin dagegen durch Überfälle, sagte Neuendorf. In der belebten Innenstadt, wo die Besucher meist unterwegs seien, gebe es zu viel Betrieb für Räuber. Wie in den vergangenen Jahren gebe es aber weiterhin die berüchtigten „Hütchenspieler“, die Passanten zum Mitspielen und Setzen von Geld auffordern würden, um sie dann zu betrügen.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Lesezeichen setzen

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

10.01.2012 17:48 Thema

Keine Kosten für Occupy Berlin nach Polizeieinsatz

Berlin/Brandenburg (dpa) Die Berliner Occupy-Anhänger müssen nach der Auflösung ihres Lagers durch die Polizei nicht mit einer Rechnung für den Einsatz rechnen. " Es sind... mehr

17.11.2011 16:47 Thema

Groß angelegte Razzia gegen Schwarzarbeit

Wirtschaft (DPA) (Zusammenfassung 1600) Groß angelegte Razzia gegen Schwarzarbeit - Männer verhaftet (Mit Bild) Zollfahnder haben eine mutmaßliche kriminelle Bande ... mehr

06.12.2011 11:00 Thema

Bethke muss investieren

Henningsdorf (MZV) Der Geschäftsführer der Dialog gGmbH, Michael Bethke, gibt im Streit mit der Kreisverwaltung um die Sicherheit seiner Senioren-Wohngemeinschaften in... mehr


Regionalnavigator

Angermünde Bad Freienwalde Beeskow Bernau Eberswalde Eisenhüttenstadt Erkner Frankfurt (Oder) Fürstenwalde Schwedt/Oder Seelow Strausberg

Ort, PLZ oder Redaktion



Regional

© 2010 moz.de Märkisches Verlags- und Druckhaus GmbH & Co. KG
...