Donnerstag, 24. Mai 2012

Frankfurt
sonnig
19°C/22°C

01.11.2011 13:51 Uhr

nachrichten/berlin/artikel-ansicht/dg/0/

Patientenversorgung in Berliner Kliniken wird immer schlechter

Berlin (dapd) Die Arbeitsbedingungen in Berliner Klinken werden nach Ansicht des Marburger Bundes und der Ärztekammer immer schlechter. Die Qualität der Patientenversorgung "stirbt Zentimeter für Zentimeter", sagte Ärztekammerpräsident Günther Jonitz am Dienstag. Es gehe nur noch um Umsatzrenditen. Immer weniger Personal müsse immer mehr Patienten versorgen.

  Der Praesident der Ärztekammer Berlin, Günnther Jonitz (l.) und der Vorstandsvorsitzende des Berliner Landesverbandes des Marburger Bundes, Kilian Tegethoff. © dapd

Vor diesem Hintergrund hat die Delegiertenversammlung des Marburger Bundes Anforderungen an den "Arbeitsplatz im Krankenhaus" formuliert, um sich damit Gehör in der Politik für die Verbesserung der Patientenversorgung zu verschaffen.

Die Forderungen würden eher selbstverständlich klingen, doch die Realität zeige, dass sie in kaum einem Krankenhaus erfüllt würden, sagte der Vorstandsvorsitzende des Marburger Bundes, Landesverband Berlin-Brandenburg, Kilian Tegethoff. Ein Beispiel sei die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes. Allein auf einem Dienstplan einer Abteilung der Charité hätten 60 Prozent der Ärzte über 100 Überstunden, fügte der Mediziner hinzu.

Darüber hinaus wird in dem Beschluss des Marburger Bundes gefordert, die Interessen der Patientenversorgung über die ökonomischen Interessen zu stellen. Die Dominanz der Kosten nehme immer mehr zu, betonte Jonitz. Er finde es absurd, wenn Politiker die Umsatzrenditen von Krankenhäusern lobten, wie er es schon in Berlin erlebt habe. Zugleich sollten aber die Kosten der Therapien den Medizinern bekannt sein.

Darüber hinaus appellierten Jonitz und Tegethoff an Patienten bei Missständen in Kliniken, sich an die Ärztekammer oder die Patientenbeauftragte des Senats zu wenden und nicht stillschweigend darüber hinweg zu gehen. Es sei beispielsweise "skandalös", dass in fast keinem Krankenhaus eine Beratungszimmer vorgehalten werde, in dem vertrauliche Gespräche mit Patienten geführt werden könnten, kritisierte Jonitz. Zur Wahrung der Intimität des Arzt-Patienten-Verhältnisses müsse auf jeder Station ein solcher Raum vorhanden sein.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Lesezeichen setzen

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

01.04.2012 12:20 Thema

Kliniken sehen 20 000 Jobs in der Patientenversorgung bedroht

Nachrichten (dpa) Angesichts steigenden Kostendrucks haben die deutschen Krankenhäuser vor dem Verlust von bis zu 20 000 Jobs und Einschränkungen zu Lasten der Patienten... mehr

29.02.2012 10:18 Thema

Bum-Bum-Boris-Mäzen Günther Bosch wird 75

Sport (dpa) Sein Name ist eng mit dem von Boris Becker verbunden. Zusammen mit " Bum-Bum-Boris " löste Günther Bosch 1985 in Deutschland einen Tennis-Boom aus.... mehr

14.09.2009 19:38 Thema

Reha und Moorbad reichen nicht aus

Bad Freienwalde " Die Idee zu dem Forum kam mir, weil ich nur in dem Bereich Gesundheitswirtschaft die Zukunft von Bad Freienwalde sehe ", erklärte Jörg Grundmann. ... mehr

Regionalnavigator

Angermünde Bad Freienwalde Beeskow Bernau Eberswalde Eisenhüttenstadt Erkner Frankfurt (Oder) Fürstenwalde Schwedt/Oder Seelow Strausberg

Ort, PLZ oder Redaktion


Neueste Kommentare

24.05.2012 20:23:19 WackelDackel

... prust ich muss lachen ...

24.05.2012 19:54:41 ROESSLGAENGER

Mal nebenbei gesagt

24.05.2012 19:49:59 Mario Wiegand

Wer hätte es gedacht.....



Regional

© 2010 moz.de Märkisches Verlags- und Druckhaus GmbH & Co. KG
...