Herr Woidke, erstmals übernimmt ein Ministerpräsident dieses Amt, das eigentlich mit wenig Macht ausgestattet ist. Warum ist es Ihnen so wichtig?
Zunächst einmal ist es für mich eine große Ehre, dass mich der Außenminister für dieses Amt vorgeschlagen und dass das Bundeskabinett mich bestätigt hat. Ich arbeite in dieser Funktion natürlich für das Auswärtige Amt.  Aber als das Bundesland mit der längsten Grenze zu Polen hat Brandenburg auch ein besonderes Interesse an der guten Entwicklung der Zusammenarbeit.
Einige Kritiker behaupten, Sie hätten sich bisher nicht als Polenkenner hervorgetan. Was entgegnen Sie dem?
Ich bin an der Neiße groß geworden, kenne die Höhen und Tiefen der Beziehungen zu Polen also seit meiner Kindheit. Und ich bin seit 20 Jahren in der Politik, in der Polen in allen Bereichen eine besondere Rolle spielt. Ich weiß zum einen, dass die Beziehungen gerade für den Osten Brandenburgs in wirtschaftlicher Hinsicht bereits ein Plus sind. Aber ich weiß eben auch, dass sich viele Dinge noch entwickeln müssen, gerade der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.
Was können Sie in dieser Funktion für die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität tun?
Diese internationale organisierte Kriminalität ist europaweit ein Riesenproblem. Wir haben aber mit der polnischen Seite in den vergangenen Jahren schon zahlreiche Fortschritte bei der Bekämpfung erreicht. Polen ist mittlerweile auch als Transitland von dieser Kriminalität betroffen. Ich denke, dass wir die Zusammenarbeit noch weiter ausbauen können. In Berlin und Warschau hat man verstanden, dass Einbrüche und Diebstähle internationaler Banden das gute Miteinander in der Grenzregion belasten. Wir ziehen hier an einem Strang.
Sie haben am Montag mit dem polnischen Botschafter Jerzy Marganski gesprochen. Worum ging es dabei?
Wir haben öfter Termine miteinander und sind schon seit geraumer Zeit befreundet. Jetzt ging es vor allem um die ersten Schritte in meinem neuen Amt, Termine in Warschau und wie wir die Kontakte zur polnischen Regierung und zur Botschaft gestalten wollen.
Welche Themen liegen Ihnen insbesondere am Herzen?
Was mir ganz besonders am Herzen liegt, ist der weitere Ausbau der Jugendbegegnungen und die Erhöhung der Sprachkompetenz. Gerade in den Grenzregionen sind Polnischkenntnisse besonders wichtig, um die wirtschaftlichen Kontakte voranzubringen.