Donnerstag, 23. Februar 2012

Frankfurt
regnerisch
4°C/8°C

Harriet Stürmer 26.01.2012 18:47 Uhr

nachrichten/brandenburg/artikel-ansicht/dg/0/

Cottbuser NPD-Stadtverordneter zeigt Hitlergruß

Cottbus (MOZ) In Cottbus hat ein NPD-Stadtverordneter bei einer Abstimmung den Hitlergruß gezeigt und somit für einen Eklat in der Stadtverordnetenversammlung (SVV) gesorgt. Die Stadt werde nach dem Vorfall am Mittwochabend prüfen, ob sie Anzeige gegen den NPD-Abgeordneten Frank Hübner erstattet, sagte ein Rathaussprecher am Donnerstag. Hübner sitzt seit 2008 im Cottbuser Stadtparlament. Bis 1992 war er Bundesvorsitzender der dann verbotenen Deutschen Alternative.

Anlass für die Abstimmung per Handzeichen war ein fraktionsübergreifender Antrag. Demnach sollten die SVV-Vertreter beschließen, sich dem Aufruf "Cottbus bekennt Farbe" anzuschließen. Dem Votum schlossen sich - abgesehen von den beiden NPD-Vertretern - alle Stadtparlamentarier an.

Hinter dem Aufruf steckt die Cottbuser "Arbeitsgruppe Beweggründe" - ein Zusammenschluss von zivilgesellschaftlichen, kirchlichen und politischen Institutionen und Fraktionen. Ihre Aktion "Cottbus bekennt Farbe" beinhaltet unter anderem eine Protestveranstaltung gegen den seit zwei Jahren am 15. Februar stattfindenden Aufmarsch von Neonazis, die der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg gedenken. Die Cottbuser wiederum nutzen den Jahrestag des amerikanischen Bombenangriffs, um während des öffentlichen Gedenkens an die Opfer auch Gesicht gegen Rechts zu zeigen.

Das Rechtsamt der Stadt Cottbus wolle zunächst die zahlreichen Zeugen befragen, die Hübners zum Hitlergruß gestreckten Arm wahrgenommen haben, sagte der Cottbuser Rathaussprecher. Danach werde entschieden, ob Anzeige gegen Hübner erstattet wird. Der Sprecher sprach von einem "ungeheuerlichen Vorfall".

Das Verwenden von verfassungsfeindlichen Symbolen wie etwa das Zeigen des Hitlergrußes ist verboten. Das Strafgesetzbuch sieht dafür eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor.

Kritik am Vorgehen der Stadt übt indes Jürgen Maresch (Linke) - Cottbuser Stadtverordneter und Mitglied des brandenburgischen Landtags. Seiner Meinung nach sei die Befragung der Zeugen nicht "Sache der Stadt, sondern der Polizei und Staatsanwaltschaft". "Die Stadt hätte die Anzeige schon längst stellen müssen", meint der Linke-Politiker. Die Angelegenheit sei von "höchster Brisanz". Polizei und Staatsanwaltschaft seien verpflichtet, dem Vorfall schnellstmöglich nachzugehen.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Lesezeichen setzen

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

02.12.2011 17:55 Thema

Hoffnung fürs Klubhaus

Oranienburg (MZV) Kremmen: Investor in Sicht Für das altehrwürdige Klubhaus am Kremmener Markt ist ein ernsthafter Investor aufgetaucht. Details dazu will Bürgermeister... mehr

05.02.2012 12:56 Thema

Krankenstand bei Polizisten deutlich gestiegen

Berlin/Brandenburg (dapd/dpa) Polizisten sind im Schnitt fast 33 Tage im Jahr krank Der Krankenstand der Brandenburger Polizei ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Waren... mehr

24.11.2011 16:50 Thema

Möglicher Anschlag auf Politiker

Neuruppin (MZV) Vier von fünf Bolzen fehlten am Vorderrad des Wagens von einem Rheinsberger Rheinsberg (hr) – Anzeige gegen Unbekannt hat ein Rheinsberger Kommunalpolitiker... mehr




Regionalnavigator

Angermünde Bad Freienwalde Beeskow Bernau Eberswalde Eisenhüttenstadt Erkner Frankfurt (Oder) Fürstenwalde Schwedt/Oder Seelow Strausberg

Ort, PLZ oder Redaktion

Videos zu Brandenburg-Themen

 
Oderlandpokal 2012
 
Karneval in Booßen
lade
lade
lade
lade

Regional

© 2010 moz.de Märkisches Verlags- und Druckhaus GmbH & Co. KG
...