Bad Saarow (dpa/bb) In einem offenen Brief haben Mitglieder der Gemeindevertretung von Bad Saarow (Oder-Spree) den Rücktritt ihrer ehrenamtlichen Bürgermeisterin Gerlinde Stobrawa (Linke) wegen Stasi-Vorwürfen gefordert. In dem Schreiben, das der Nachrichtenagentur dpa am Freitag vorlag, wird betont, dass die Vertrauensbasis für die weitere Zusammenarbeit fehle. Eine nicht enden wollende Diskussion über eine ehemalige informelle Mitarbeiterin der Staatssicherheit schade dem Ansehen der Gemeinde.
Die Gemeindevertreter betonen, dass die Enquetekommission des Landtages ebenso wie die Untersuchungskommission der Gemeinde zu dem Schluss gekommen sei, dass die Zusammenarbeit mit Stobrawa, die auch im Landtag sitzt, mit dem damaligen Ministerium für Staatssicherheit weiter gegangen sei, als bisher von ihr zugegeben.
Die ehemalige Landtags-Vizepräsidentin Stobrawa ist seit 2003 ehenamtliche Bürgermeisterin in Bad Saarow. Dem Abschlussbericht zur Stasi-Überprüfung aller 88 märkischen Landtagsabgeordneten zufolge sind sechs Parlamentarier belastet, fünf von ihnen gehören der Linksfraktion an. Die Opposition fordert Stobrawas Mandatsverzicht im Landtag. Die SPD-Fraktion legt ihr den Verzicht nahe. Stobrawa selbst ist derzeit krank.
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