Potsdam (dapd) 67 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz haben der Brandenburger Landtag und die Gedenkstätte Sachsenhausen bei einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Mit Blick auf die Mordserie der rechtsextremen Terrororganisation NSU mahnte Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) in seiner Rede zum Handeln gegen Rechtsextremismus.
"Allen muss klar sein, dass die Ideologie der Rechtsextremisten vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Massenmorde einen Angriff auf die demokratischen Grundlagen unseres Zusammenlebens in Deutschland und der Europäischen Union darstellt", sagte Fritsch. Der Jugend müsse vermittelt werden, wozu es führen könne, wenn die Gleichwertigkeit aller Menschen in Frage gestellt werde. "Die Pflege der Erinnerungskultur sollten wir nicht als historische Last, sondern als große Chance begreifen", betonte er.
An der Veranstaltung in der "Station Z" im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen nahmen laut Gedenkstättenstiftung zahlreiche Politiker aus Brandenburg und Berlin sowie Vertreter von Botschaften, Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und jüdischen Gemeinden teil. Seit 1996 wird am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. An diesem Tag im Jahr 1945 wurde das Nazi-Konzentrationslager Auschwitz im heutigen Polen von sowjetischen Truppen befreit.
Das KZ Sachsenhausen bei Oranienburg nördlich von Berlin war seit 1938 ein "Modell- und Schulungslager" der Nazis und diente als Verwaltungszentrale für alle Konzentrationslager im deutschen Machtbereich. Bis Kriegsende waren dort mehr als 200.000 Menschen aus 40 Nationen inhaftiert.
Im Rahmen des jährlichen Gedenktags legt die Gedenkstätte den Fokus jeweils auf eine andere Opfergruppe. In diesem Jahr wurde an die 250 "jüdischen Geiseln" erinnert, die im Mai 1942 im KZ Sachsenhausen als Vergeltung für den Brandanschlag auf die Propagandaausstellung "Das Sowjetparadies" ermordet wurden. Bis auf zwei, die erhängt wurden, erschoss die SS alle Opfer in dem neu errichteten Gebäude der "Station Z", wo die Vernichtungsanlagen zusammengefasst wurden.
Auch Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) äußerte sich anlässlich des Gedenktags. Die rechtsextreme Terrororganisation NSU sei geistiger Nachfolger der Vernichtungsideologie des Nationalsozialismus. "Nur wenn in Deutschland alle Demokraten gemeinsam dafür einstehen, bekommen Nazis nie wieder eine Chance, ihren Hass und ihren Wahn zu verbreiten", erklärte Platzeck.
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