Seelow (MOZ) Im Landkreis Märkisch-Oderland formiert sich eine neue Welle des Protests gegen die bestätigten Anflugrouten für den Großflughafen in Schönefeld (Dahme-Spreewald). Nachdem Landrat Gernot Schmidt (SPD) schon am Donnerstag seine Forderung erneuerte, die Mindestanflughöhen heraufzusetzen und die langen Anflugkorridore über die Region zu verkürzen, empfehlen Juristen jetzt, dies durch Einlegen von Rechtsmitteln zu erzwingen. Nur durch höhere Anflughöhen könne die Bevölkerung "vor absolut unnötigem Lärm und Schadstoffausstoß" geschützt werden, sagt Rechtsanwalt Martin Kader.
Er hatte schon im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Fraktion "Wir im Oderbruch", Mario Forner, vor der Lärmbelästigung gewarnt, den anfliegende Jets über dem Ostbrandenburger Himmel verursachen. Danach würden die Maschinen 60 bis 70 Kilometer westlich und östlich des Airports auf einer Höhe von 1200 bis 1500 Meter sinken. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) begründet dies mit dem nötigen Sicherheitsabstand zu startenden Maschinen, deren Routen sich über Ostbrandenburg kreuzen.
Der Landkreis ist von den sogenannten Radarführungsstrecken, die zur Landung bei Westwind genutzt werden, besonders betroffen. Die einfliegenden Flugzeuge werden erst in einer Gegengeraden bis ins Oderbruch geführt und danach im Anflug wiederum durch den gesamten Landkreis zu den BER-Landebahnen geleitet.
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