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Harms plädiert für weitere Forschung

ddp / 28.10.2009, 19:23 Uhr
Oranienburg () Eine Ausstellung über die Verfolgung der polnischen Minderheit in Deutschland zur NS-Zeit ist derzeit in der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg (Oberhavel) zu sehen. Mit Fotos und Dokumenten zeichnet die Schau auch den Weg von polnischen Bürgern in Deutschland vom 18. Jahrhundert an nach. Die Wanderausstellung in Deutsch und Polnisch konzentriert sich auf die Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück.

Die Gräueltaten der Nationalsozialisten müssen nach Ansicht von Europastaatssekretär Gerd Harms auch fast 65 Jahre nach der Befreiung der Konzentrationslager weiter aufgearbeitet werden. Freiheit, Demokratie und gegenseitige Achtung seien auch heute noch längst keine Selbstverständlichkeit, sagte Harms.

Die Ausstellung beleuchte unbekannte Tatsachen und trage so zu einem besseren Verständnis der geschichtlichen Erfahrungen von Polen und Deutschen bei, so der Europa­staatssekretär. Jedes Jahr kämen Besucher aus aller Welt in die Gedenkstätten der früheren Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück, um sich mit dem furchtbaren Teil der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen, so Harms. Die Menschen hätten ein Recht darauf, dass ihre Fragen beantwortet werden.

Die Ausstellung "Die polnische Minderheit im KZ. Mitglieder polnischer Verbände im Deutschen Reich in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück 1939-1945" wurde von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten gemeinsam mit dem Verein "NIKE Polnische Unternehmerschaft" gestaltet. Sie ist bis Ende Februar 2010 in der Gedenkstätte Sachsenhausen zu sehen.

Etwa ab Mitte 1938 begannen nach Angaben der Stiftung Repressalien gegen die polnische Minderheit, die kurz vor dem Überfall auf Polen in Verfolgung und Terror übergingen. Bei Kriegsbeginn 1939 wurden bis zu 2000 Mitglieder des Bundes der Polen von der Gestapo verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt. Die Organisationen der polnischen Minderheit wurden verboten.

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