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25.01.2013 14:33 Uhr

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Brandenburg per Flugzeug dreidimensional vermessen

Potsdam (DPA) Vier Jahre lang ist Brandenburg vom Flugzeug aus dreidimensional vermessen worden, am Freitag war das darauf basierende neue digitale Geländemodell "DGM 2" in Potsdam zu sehen. Mit seiner hochpräzisen Höhen- und Lagebestimmung für jeden Quadratmeter Brandenburgs werde das neue Geländemodell viele Planungs- und Umweltanalyseprozesse erheblich erleichtern, sagte Innenministerer Dietmar Woidke (SPD): "Straßenplanung, forstwirtschaftliche Auswertungen, Bodenerosionsforschung und nicht zuletzt Brand- und Katastrophenschutz profitieren von den neuen Möglichkeiten."

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In mehr als 600 Flugstunden wurden 29 Milliarden Datensätze gesammelt. "Jeder Meter Brandenburgs und ein bisschen mehr sind höhenmäßig mit einer maximalen Toleranz von 15 Zentimetern erfasst worden", erklärte Christian Killiches, Geschäftführer der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB). "DGM 2 ist tausendmal genauer als etwa Google Earth", ergänzte Andre Schönitz, zuständiger Abteilungsleiter im Innenministerium, bei der Vorstellung des Modells.

Im Hochwasserschutz etwa werden mit dem hochpräzisen Kartenwerk neue Zeiten anbrechen, ist sich Umweltministerin Anita Tack (Linke) sicher. Ob bei der Erstellung von Gefahrenkarten an der Havel, bei der Ausweisung von Retentionsräumen an der Oder oder bei hydraulischen Berechnungen für die Hochwasservorhersage: "Es kommt in Brandenburg wirklich auf jeden Zentimeter an", erklärte Tack. - Von der Potsdamer Freundschaftsinsel bis zur Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt windet sich die Havel beispielsweise über 130 Kilometer. Der Höhenunterschied beträgt sechs Meter. Für andere Länder sei das nicht sehr viel. "Im sehr flachen Brandenburg ist diese Differenz enorm", sagte Tack. Leidvolle Erfahrungen mit Elbe- und Oder-Hochwassern können dies belegen.

Um sich zu schützen, sei man bislang vor allem auf das Erfahrungswissen angewiesen, verlässliche und landesweite Datengrundlagen fehlten, betonte Woidke. Jetzt kenne man jeden Winkel des Landes ganz genau und könne alle Eventualitäten eines Hochwasser am Computer auch simulieren. "Wir können nun genau sagen, wie viele Menschen ein Gebiet möglicherweise verlassen müssen, ob und in welchem Umfang Vieh in Sicherheit gebracht werden muss", so der Innenminister.

Erfreulicher Nebeneffekt: Die Vermessung per Flugzeug ist um 700 000 Euro billiger geworden. Zu Projektstart waren einmal 4 Millionen Euro veranschlagt, so Schönitz.

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