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Brandenburgs CDU räumt ab

Sie ziehen in den neuen Bundestag.
Sie ziehen in den neuen Bundestag. © Foto: MOZ
Ulrich Thiessen / 23.09.2013, 20:27 Uhr - Aktualisiert 24.09.2013, 14:46
Potsdam (MOZ) Die märkische CDU ist die Gewinnerin der Wahlen in Brandenburg. Sie erreichte mit 34,8 Prozent der Zweitstimmen das beste Ergebnis seit 1990. Der Landesvorsitzende Michael Schierack erklärte am Montag, dass auch Brandenburg nun vor politischen Veränderungen steht.

Der designierte Spitzenkandidat für die Landtagswahlen im kommenden Jahr formulierte den Anspruch, auch diesen Wahlgang für seine Partei zu gewinnen und das Land ab 2014 zu regieren.

Schierack zeigte sich überrascht vom Zugewinn von 11,2 Prozent für seine Partei. Das hätte er sich nicht träumen lassen, gestand der Mediziner aus Cottbus. Er betonte, dass die CDU-Kandidaten mehr Erst- als Zweitstimmen erzielten, was auch für deren Qualität und ihren Wahlkampf spreche.

Die CDU eroberte am Sonntag neun von zehn Direktwahlkreisen in Brandenburg. Für die SPD gewann lediglich Frank-Walter Steinmeier seinen Wahlkreis im Westen des Landes. Allerdings gelang dies nur äußerst knapp mit 341 Stimmen vor seiner CDU-Konkurrentin.

Die SPD hatte vor der Wahl erklärt, diesmal alle Wahlkreise erobern zu wollen. Stattdessen verlor die SPD entgegen dem Bundestrend noch einmal zwei Prozentpunkte bei den Zweitstimmen und kam auf 23,1 Prozent.

Klara Geywitz, Generalsekretärin des Landesverbandes, sah den Grund für das schlechteste Abschneiden ihrer Partei bei einer Bundestagswahl in der Beliebtheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Die Kanzlerin ist wie ein Staubsauger durch Ostdeutschland gegangen und hat alles, was nicht niet- und nagelfest bei den anderen Parteien verankert war, aufgesaugt", so Geywitz.

Sie erklärte, dass das aktuelle Ergebnis keine Aussagekraft für die Akzeptanz der rot-roten Landesregierung habe und nicht auf die nächsten Landtagswahlen umzurechnen sei.

Die Linke, die noch vor vier Jahren überraschend fünf Direktmandate in Brandenburg erringen konnte, büßte 6,1 Prozentpunkte ein. Sie erreichte 22,4 Prozent und erhielt in keinem Wahlkreis die meisten Stimmen. Laut dem Landesvorsitzenden Stefan Ludwig wird die Partei aber an ihrem Ziel, zur nächsten Landtagswahl mehr als 25 Prozent der Stimmen zu erringen, festhalten.

Prominentestes Wahlopfer in Brandenburg ist die bisherige Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Linken-Fraktion im Bundestag, Dagmar Enkelmann. Sie verlor ihr Direktmandat. Da sie sich nicht über die Landesliste absichern lassen wollte, wird sie dem Bundestag nicht mehr angehören.

Insgesamt wird Brandenburg mit 20 Abgeordneten im nächsten Bundestag vertreten sein. Neun davon stellt die CDU, je fünf SPD und Linke. Ein weiteres Mandat geht an die Landesvorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock. Sie zeigt sich dennoch enttäuscht. Der Landesverband erhielt nur 4,7 Prozent in Brandenburg, hatte aber mindestens mit einem zweiten Mandat gerechnet. (Kommentar Seite 2)

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Wahltag ist Zahltag 24.09.2013 - 17:51:42

Wahltag ist Zahltag

Tja, wer hätte das gedacht, wir haben es den Regierungsbonzen von SPD und Linken angedroht. Selbstgefällig und hochmütig schauten sie über 52 Bürgerinitiativen in Brandenburg hinweg, die gegen die Zerstörung Ihrer Heimat durch Windräder protestierten. Einzig die CDU allen voran Jens Koeppen hatte den A..... in den Hosen sich gegen den weiteren Windradausbau in Brandenburg zu stellen. So überraschen sein Wahlerfolg und der der CDU keinen Windradgegner. Wir waren einst Links Wähler, allein in unserer Familie sind diesen Windradsozialisten 6 Stimmen aus diesem Grund abhanden gekommen und zu Koeppen gewechselt. Nun ist es an Ihnen Herr Koeppen , den im CDU Energiepapier verankerten Aussagen, das kein weiter Windradausbau in Brandenburg erfolgen muss, Gewicht zu verleihen. Wir zählen auf Sie.

Wolfgang Winkelmann 24.09.2013 - 10:55:02

Immer einfarbig ermüdet.

Das Wahlergebnis für die CDU überrascht eigentlich nicht. Wer auf Dauer alles in rot verpackt erhält, wird schließlich der Farbe überdrüssig. Dies besonders, wenn die Verpackung seit mehr als 20 Jahren konstant bleibt und sich dahinter mehr als eine böse Überraschung verbirgt, wie z.B. die Abzocke über die sogenannten Altanschließerbeiträge beim Abwasser. Die Selbstgefälligkeit der sieggewohnten SPD in Brandenburg wird besonders an der Aussage ihrer Generalsekretärin deutlich. Wenn sie meint, dass Ergebnis vom letzten Sonntag hätte keine Aussagekraft für die Akzeptanz der rot-roten Landesregierung, entspringt das wohl ihrem Zweckoptimismus. Auch die Wählerschaft hat ein Langzeitgedächtnis. Der SPD in Brandenburg könnte im Wahljahr 2014 die Erfahrung zuteil werden, Hochmut kommt vor dem Fall. Wolfgang Winkelmann Strausberg

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