Anmelden
Anmelden

Freitag, 27. Mai 2016
ABO-ButtonePaper-ButtonKONTAKT-Button


Sie haben 8 von 10 Gratis-Artikeln gelesen.
x
Registrieren Sie sich jetzt und lesen Sie im Monat bis zu 20 Artikel kostenlos.
Jetzt kostenlos registrieren
Bereits registriert? Bitte anmelden

Hajo Zenker 18.11.2013 20:33 Uhr - Aktualisiert 18.11.2013 20:40 Uhr

nachrichten/brandenburg/artikel-ansicht/dg/0/

Großrazzia bei getgoods

Frankfurt (Oder) (MOZ) Beim insolventen Onlinehändler getgoods rückte am Montag ein Großaufgebot von Ermittlern an. Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Unterschlagung von 50 Millionen Euro. Das Unternehmen soll vor der Pleite Mobiltelefone verkauft haben, die ihm nicht gehören.

nachrichten/brandenburg/artikel-ansicht/dg/0/1/1215119/
 



© dpa

Um 192 000 Handys geht es, die bei getgoods lagerten, aber der Firma Brightstar gehörten. Das Frankfurter Unternehmen soll diese Handys auf eigene Rechnung verkauft haben. Das wäre Unterschlagung und zudem aktienrechtlich relevant, weil getgoods damit den Verkaufserlös als eigenen Umsatz ausgewiesen hätte, sagt Staatsanwalt Sören Schrade. Die Anzeige von Brightstar sei Mitte vergangener Woche eingegangen, das Amtsgericht habe, da die eingereichten Belege plausibel erschienen, einen Durchsuchungsbeschluss erlassen.

Der wurde am Montag in die Tat umgesetzt - an drei Orten: den beiden Firmenstandorten sowie dem Privathaus des Unternehmenschefs Markus Rockstädt-Mies. Drei Dutzend Beamte des Landeskriminalamtes sowie fünf Staatsanwälte waren beteiligt - für Brandenburger Verhältnisse ein Großeinsatz. Die Auswertung der gesicherten Computerdaten, sagt Staatsanwalt Schrade, werde einige Wochen in Anspruch nehmen.

Markus Rockstädt-Mies wies die Vorwürfe im Interview mit dieser Zeitung zurück. Die Verträge mit Brightstar würden seine Sicht der Dinge bestätigen. Letztlich habe das Verhalten von Brightstar getgoods in die finanzielle Schieflage gebracht und für die heute "unschöne Situation" gesorgt.

Unterdessen bestätigte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), dass man die Kursbewegungen im Zusammenhang mit der Pleite analysiere. Bereits zwei Tage vor dem Eingeständnis der Zahlungsunfähigkeit der 200-Mann-Firma waren sowohl der Kurs der Aktie als auch der Unternehmensanleihe angesichts massiver Verkäufe deutlich nach unten gegangen - weshalb der Verdacht des Insiderhandels im Raum steht. Sollten sich tatsächlich Anzeichen für Marktmanipulation ergeben, werde man den Fall näher untersuchen und gegebenenfalls der Staatsanwaltschaft übergeben, so BaFin-Sprecherin Dominika Kula.

Der vorläufige Insolvenzverwalter der getgoods.de Vertriebs GmbH werde sich zu den Vorwürfen der Ermittler nicht äußern, sagt Christoph Möller, Sprecher von Verwalter Rüdiger Wienberg. Man werde aber die Staatsanwaltschaft unterstützen. Im Übrigen zeigt sich Möller "zuversichtlich, für das Unternehmen einen Investor zu finden". Auch Rockstädt-Mies bekräftigte, dass es Interessenten gebe, die nicht nur die Marke, sondern auch den Standort Frankfurt übernehmen wollten. Er hoffe nur, dass die Durchsuchungen nicht dazu führten, dass diese sich zurückzögen.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

Regionalnavigator

Landkreiskarte Brandenburg Ostprignitz-Ruppin Potsdam-Mittelmark Brandenburg/Havel
MOZ

Ort, PLZ oder Redaktion

© 2014 moz.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG
toTopBild