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Cottbuser Zuchthaus-Gedenkstätte eröffnet

Die Geschäftsführende Vorsitzende vom Menschenrechtszentrum, Sylvia Wähling, zeigt Dieter Dombrowski (l) CDU-Fraktionschef im Brandenburger Landtag und Dietmar Woidke (SPD/r) Ministerpräsident von Brandenburg einzelne Dokumente.
Die Geschäftsführende Vorsitzende vom Menschenrechtszentrum, Sylvia Wähling, zeigt Dieter Dombrowski (l) CDU-Fraktionschef im Brandenburger Landtag und Dietmar Woidke (SPD/r) Ministerpräsident von Brandenburg einzelne Dokumente. © Foto: dpa
10.12.2013, 14:25 Uhr
Cottbus (DPA) Elf Jahre war es geschlossen. Nun ist das alte Cottbuser Gefängnis wieder ein Ort der Erinnerung an politische Gefangene.

Das politische Unrecht in zwei Diktaturen wird in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus nun mit einer Ausstellung dokumentiert. Zur offiziellen Eröffnung am Dienstag, dem Tag der Menschenrechte, kamen auch viele ehemalige politische Häftlinge.

Die SED-Führung hatte im Cottbuser Zuchthaus vor allem Regimegegner und Ausreisewillige inhaftiert. Zu den Gefangenen gehörten der heutige CDU-Fraktionschef im Brandenburger Landtag, Dieter Dombrowski (CDU), sowie Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen der DDR-Staatssicherheit.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) würdigte das Engagement vieler Bürger, darunter ehemaliger Inhaftierter, beim Aufbau der Gedenkstätte. "Die Zeitzeugen leisten damit einen wichtigen Beitrag zu unserem kollektiven Gedächtnis und helfen dabei, schmerzvolle Erinnerungen wachzuhalten", sagte der Regierungschef.

In der Exposition "Karierte Wolken - Politische Haft im Zuchthaus Cottbus 1933-1989" werden 28 Biografien politischer Gefangener vorgestellt. In der Schau im Erdgeschoss des sanierten Hafthauses 1 sind authentische Zeugnisse politischer Gefangener während der NS-Terrorherrschaft und der SED-Diktatur, Fotos und Dokumente zu sehen. Auch an die weltweite Verletzung der Menschenrechte wird erinnert.

CDU-Fraktionschef Dombrowski sprach sich vor den Teilnehmern der Veranstaltung dafür aus, die Erinnerungen an das politische Unrecht in zwei Diktaturen besonders an die junge Generation weiterzugeben. Jahn bedankte sich bei den damaligen Insassen für ihren Kampf gegen politische Willkür: "Ihr alle habt Anteil daran, dass der Sozialismus zu Ende ging, die Mauer fiel und wir alle in Freiheit und Demokratie leben können."

Der Verein Menschenrechtszentrum hatte das alte Gefängnis 2011 gekauft. Bund, Land Brandenburg und Stadt Cottbus förderten den Aufbau der Gedenkstätte nach Angaben der Staatskanzlei mit 2,7 Millionen Euro. Darunter waren rund 800 000 Euro vom Bund allein für die Dauerausstellung, um die einstige Repressionsstätte als historischen Lernort und Mahnung für die Zukunft zu erhalten.

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L. P. 11.12.2013 - 06:26:13

Gegen jegliches Vergessen

Und dennoch gibt es immer noch Menschen unter uns die das Unrecht von 33 bis 45 und danach bis 89, leugnen. Frei nach dem Motto der Bequemlichkeit und Dummheit: "Die werden schon zu recht dort eingesessen haben".

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