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Großdemo für Agrarwende: Tausende fordern Kehrtwende

Großdemo: "Wir haben Agrarindustrie satt! Gutes Essen. Gute Landwirtschaft. Für alle!"  Die Demonstranten fordern eine Änderung der weltweiten Agrarpolitik.
Großdemo: "Wir haben Agrarindustrie satt! Gutes Essen. Gute Landwirtschaft. Für alle!" Die Demonstranten fordern eine Änderung der weltweiten Agrarpolitik. © Foto: dpa
19.01.2014, 10:15 Uhr
Berlin/Potsdam (MEC) Gesunde Nahrungsmittel sind ein Thema, das immer mehr Menschen unter den Nägeln brennt. Eine Großdemonstration für eine nachhaltigere Landwirtschaft stieß deshalb auf ein deutlich höheres Interesse als erwartet. Berlin (epd). Rund 30.000 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet haben am Samstag bei einer Großdemonstration in Berlin für eine bessere Landwirtschaft protestiert. Sie forderten von der Bundesregierung einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. Ein Bündnis aus nach Veranstalterangaben rund 100 Umwelt-, Verbraucherschutz- und Entwicklungsorganisationen sowie Bürgerinitiativen und Landwirtschaftsverbänden hatte zu dem Protest aufgerufen.

Angeführt wurde der Zug zum Bundeskanzleramt von Hunderten Bauern sowie 70 Traktoren. Unter dem Motto "Wir haben Agrarindustrie satt" forderten die Teilnehmer unter anderem Maßnahmen gegen den Hunger in der Welt, gegen den Einsatz von Gentechnik in der Nahrungsmittelproduktion sowie eine artgerechte Tierhaltung. Anlass der Großdemonstration war die weltweit größte Ernährungsmesse, die Internationale Grüne Woche in Berlin.

Konkret kritisiert wurde unter anderem ein geplantes Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU. Befürchtet wird, dass damit die europaweit geltenden Mindeststandards für Nahrungsmittel aufgeweicht werden könnten. "Chlorhühnchen, Hormonfleisch und Gentechnik auf dem Teller lehnen wir ab", erklärte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. Nötig sei eine Landwirtschaft, in der bäuerliche Betriebe gefördert werden statt Massentierhaltung und Export.

Ein neues Denken in der Agrarpolitik forderte auch der Deutsche Tierschutzbund. Dessen Präsident, Thomas Schröder, erklärte: "Immer größere Bestände in immer intensiveren Haltungen mit immer mehr manipulierten Hochleistungstieren sind ein Irrweg."

"Die bäuerliche Landwirtschaft ist nicht modernitätsfern, arm oder unterentwickelt. Es ist ein nachhaltiges landwirtschaftliches Modell, das natürliche und menschliche Ressourcen respektvoll nutzt und so soziale und Ernährungssicherheit weltweit garantiert", betonte auch Carlo Petrini, Präsident von Slow Food International.

Unterdessen sprach sich Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) für eine engere Verzahnung von Agrar- und Ernährungspolitik aus. "Der Erhalt landwirtschaftlicher Vielfalt ist kein Luxus, sondern eine überlebenswichtige Notwendigkeit. Einmal verloren gegangene Pflanzensorten sind nicht wieder rückholbar. Deshalb müssen wir unsere genetischen Ressourcen weltweit dauerhaft erhalten und besser nutzbar machen", sagte Friedrich auf dem Agrarministergipfel.

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frosti 20.01.2014 - 13:55:28

Zusammenhang?

Ob es der Kommentarschreiber ernst meint, oder nur ein wenig seiner halbherzigen Propaganda verbreiten will, merkt man spätestens dann, wenn alle Artikelbezüge abhanden gekommen sind und nur noch Hetze übrig bleibt.

Frank 20.01.2014 - 13:17:38

Wende?

Ob es die Naturschützer mit dem Tierschutz ernst meinen oder nicht, erkennt man an deren politkorrekter Schockstarre, wenn es um die Schächtung von Tieren geht.

bodo 20.01.2014 - 13:09:29

schenkt man dem bb Landwirtschaftsminister

Glauben, so ist die moderne Massentierhaltung eine ganz tolle Sache. Als wäre er selbst gern als Masttier zur Welt gekommen. Es gibt viele Länder in Europa, die dieses Elend nicht länger dulden, nur wir Deutschen lassen uns weiter von einer skrupellosen Lobby und deren Polikern einlullen, unsere sind es schon lange nicht mehr... Wer kann schon genau sagen, als was er/sie als nächstes geboren wird, manchen könnte man fast wünschen...

courage 20.01.2014 - 12:05:35

Grüne Woche demaskieren / Wir haben es satt!

Der Lug und Trug über glückliche Tiere ...Die Packungen (Eier, Fleisch, Wurst..) zeigen Landwirtschaft, wie sie leider kaum noch vorhanden ist. Auf diesen Verpackungen müssten die wahren Horrorbilder von geschundenen Tieren zu sehen sein, wie dies nun bald bei Zigarettenschachteln (Bilder von Raucherlungen usw.) der Fall sein wird. Im Fernsehen ist jetzt fast täglich ein Bericht über die wahren Haltungsbedingungen in der Qualhaltung zu verfolgen. Endlich setzen sich immer mehr Menschen mit diesem abscheulichen Thema auseinander. Dies zeigt die Teilnahme von 30.000 Menschen an der Demo aus verschiedenen Schichten, Altersgruppen am vergangen Sonnabend in Berlin. Sogar Gäste aus Afrika und Frankreich waren dabei. Es war ein eindrucksvolles Erlebnis, dass wieder Mut macht. Das nur wenige Kilometer weiter die "Grüne Woche" ein anderes, für die Öffentlichkeit angenehmeres Bild von der Massentierhaltung präsentiert, ist eine unbeschreibliche Schande. Dort wird nicht gezeigt, wie Säue in engen Käfigen liegen, sich nicht mehr bewegen können, keinen Kontakt zu ihren Kindern haben können, nachdem die sogenannten unlebenswerten Ferkel von Angestellten an die Wand geklatscht wurden! Genausowenig wird gezeigt, wie Kälber ihren Müttern kurz nach der Geburt entrissen werden, damit wir Menschen ihre Milch bekommen (die leider viel zu oft achtlos weggeschüttet wird). Kurze Zeit später stehen die Kälbchen in engen Boxen, werden mit Kunstmilch gefüttert und warten auf ihre "große" Zeit als Milchkühe oder als Schlachtvieh! Erst recht wird nicht gezeigt, wie verängstigte Tiere tage- und wochenlang quer durch Europa gekarrt werden - ohne Futter und Wasser! Schließlich beim Schlachthof angekommen, werden sie brutal zur Schlachtung getrieben, getreten, geschlagen, um dann (nicht immer betäubt!) grausam zu sterben! in diesen Fällen ist der Tod jedoch eine Erlösung!!!!!!!!!!!!! Los, "Grüne Woche" zeig endlich die hässliche und von der EU bzw. Deutschland subventionierte Realität! An alle Leser! Wir sehen uns spätestens im kommenden Jahr zur nächsten Großdemo WIR HABEN ES SATT!

Informierter Bürger 19.01.2014 - 12:15:24

Agrarsubventionen: Schweine für den Müllcontainer

Dieser SWR - Bericht zeigt das Unrecht und Leid, dass durch irrsinnige EU-Agrarsubventionen gefördert wird. Hier nicht gezeigt: Die bsondere Perversion ist, dass an Börsen auch mit Tierprodukten spekuliert wird (was den Preis erhöht). Die Regierungen Europas werden durch die EU entmündigt und werden nicht im Alleingang den Irrsinn der Spekulationen und Subventionen verhindern. Alle EU-Bürger jedoch, müssen für diesen EU-Irrsinn bezahlen und die Tiere leiden unendlich. Es ist wichtig zu verstehen, dass Konstrukte, wie die EU, Agenda 21, etc. langfristig auf Kosten der Tiere, Bürger und Umwelt, aber zugunsten großer Konzerne und Bänker handeln. (VeganLuxembourg) Quelle:https://www.youtube.com/watch?v=fGtK1-UhPZI Fazit: Zuerst wird das Fleisch subventioniert, dann landet es in der Mülltonne. Eine milliardenschwere Verschwendung mit der Folge, dass rund 20 Millionen Schweine in Deutschland pro Jahr völlig umsonst gezüchtet und gemästet werden. Sie leiden umsonst und sterben am Ende auch noch einen sinnlosen Tod.

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