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Dietrich Schröder 26.08.2014 22:03 Uhr

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Kluge Köpfe ohne Grenzen

Frankfurt (Oder) (MOZ) Frankfurt (Oder) (MOZ) Das Frankfurter Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) forscht bei der Entwicklung schneller Schaltkreise auf Weltniveau. Zu den bereits bestehenden Kooperation mit Hochschulen aus Brandenburg und Berlin kommt jetzt auch die Arbeit mit der Uni im polnischen Posen dazu.

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Doktorand Max Klingsporn (r.) im Gespräch mit den Teilnehmern der Deutsch-Polnischen Sommerschule des IHP - Leibniz-Instituts für innovative Mikroelektronik

© IHP

Sheikh Abdullah Al Nasayer kommt aus Bangladesh, Jiuxin Wang aus der Nähe von Schanghai in China und Bartlomiej Seredynski als Lublin in Ostpolen. Neben Studierenden aus aller Welt sind natürlich auch junge Deutsche, wie die 24-jährige Kerstin Alt aus Ulm, bei der deutsch-polnischen Sommerschule für Mikroelektronik dabei. Seit Wochenbeginn informieren sich 34 junge Leute, die an Hochschulen in beiden Ländern studieren und aus einer doppelt so hohen Zahl von Bewerbern ausgewählt wurden, über die Forschungen am Frankfurter IHP. Heute Nachmittag fahren sie weiter nach Posen an die dortige "University of Technology".

Zuvor wird aber noch ein gemeinsames Labor beider Wissenschaftseinrichtungen eröffnet, bei dem es sich jedoch um kein neues Gebäude handelt, sondern um die fest vereinbarte Absicht, künftig noch enger miteinander zu kooperieren. "Dabei geht es vor allem um zwei Dinge", erläutert Thomas Schröder, Abteilungsleiter für Materialforschung am IHP. "Um die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, also kluger Köpfe, bei der man sich nicht allein auf die Region stützen kann. Und um die Erweiterung unserer Forschungsthemen. Die Kollegen aus Posen haben beispielsweise in der Photonik eine Menge zu bieten, während unsere Stärke die Chipentwicklung ist."

Vorbilder für diese Zusammenarbeit gibt es schon eine Reihe. Im Jahr 2000 war das erste "Joint Lab" (Gemeinsame Labor) mit der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus entstanden. Ein Ergebnis davon ist unter anderem, dass Thomas Schröder an dieser Uni als Professor arbeitet. 2006 kam eine ähnlich enge Kooperation mit der Technischen Hochschule in Wildau (Dahme-Spreewald) hinzu, und vor vier Jahren entstand das Joint Lab mit der TU Berlin. Studenten und Doktoranden sind als Praktikanten in Frankfurt oder forschen zu ihren Promotionsthemen. Im Gegenzug übernehmen einige IHP-Wissenschaftler Professuren oder andere Dozentenaufgaben an den Hochschulen. Solche Austausche werden zum Teil auch von der Europäischen Union gefördert.

"Die Verflechtung der Ressourcen wird immer enger, als Insel in Frankfurt (Oder) könnten wir uns gar nicht behaupten, zumal es an der Europa-Universität leider keine technische Ausbildung gibt", sagt Thomas Schröder. Er selbst hat einen Doppel-Masterstudiengang für Physik mit entwickelt, den die BTU Cottbus-Senftenberg und die Technische Uni in Posen gemeinsam anbieten. Mit den Labors in Frankfurt entsteht daraus jetzt eine für alle Seiten fruchtbare Dreiecksbeziehung.

Die Zahl der Mitarbeiter, die am IHP Chips etwa für die Telemedizin erarbeiten, so dass Patienten nicht mehr für jede Blutwerte-Messung zum Arzt gehen müssen, oder Schaltkreise, die in der Landwirtschaft oder in Sicherheitssystemen genutzt werden, ist mittlerweile auf über 300 gestiegen. Sie kommen aktuell aus 23 Ländern.

So ist es auch ganz normal, wenn etwa der Rumäne Ioan Costina den Teilnehmern der Sommerschule eines der vielen Elektronenmikroskope demonstriert, mit denen man Materialien mit atomarer Präzision untersuchen kann. "Diese Strukturen sind 10000 Mal kleiner als der Durchmesser eines Haares", erfahren die Gäste beim Blick durch die teuren Geräte.

Und was sagen die Studenten über ihre Eindrücke am Frankfurter Institut? "Ich bin begeistert von der Technik hier, Deutschland kann wirklich stolz auf seine Forschungsmöglichkeiten sein", meint etwa die Chinesin Jiuxin Wang, die an der TU Berlin studiert. Gemeinsam mit ihrer Kommilitonin Nadine Trompka will sie nach der Sommerschule gleich noch zwei Wochen Praktikum in Frankfurt absolvieren. Auch Bartlomiej Seredynski kann sich vorstellen, später mal in Deutschland zu arbeiten, braucht sich aber noch nicht zu entscheiden, da er gerade erst 20 geworden ist.

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