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Wiebke Wollek 13.09.2014 07:01 Uhr - Aktualisiert 13.09.2014 08:33 Uhr

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Land und Parteien setzen auf Erstwähler

Potsdam (MOZ) Bei der Landtagswahl dürfen erstmals Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben. Damit diese ihr Recht auch wahrnehmen, gibt es in Brandenburg verschiedene Projekte und Kampagnen. In Schulen finden zusätzlich Juniorwahlen ab der siebenten Klasse statt.

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"Ist wirklich schon wieder Wahl?" Diese Frage hat Stephan Wende in den vergangenen zwei Wochen oft gehört. Im Rahmen der Initiative "Mach's ab 16" war der Sozialarbeiter zusammen mit neun jungen Erwachsenen, den "Wahlweckern", in ganz Brandenburg auf Stadtfesten, Schulhöfen und in Jugendclubs unterwegs, um Erstwähler zu informieren und zu motivieren. "Wir jungen Leute sind doch der Teil der Gesellschaft, dessen Leben noch am längsten von den politischen Entscheidungen beeinflusst wird. Der Gang zur Wahlurne ist der leichteste Weg, um mitbestimmen zu können", sagt "Wahlweckerin" Laura Brix. Die 18-Jährige absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr beim "Toleranten Brandenburg", das in Kooperation mit der Stiftung SPI und dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport das Projekt auf die Beine gestellt hat.

"Wir wollen verhindern, dass sich junge Menschen von der Politikverdrossenheit vieler Erwachsener beeinflussen lassen", sagt Stephan Wende. Diese Woche haben die "Wahlwecker" Halt im Potsdamer Kulturzentrum Freiland gemacht, danach ging es weiter zum THW in Brandenburg. Am Sonntag endet der Wahlkampf und damit auch die Reise. In Potsdam will die Gruppe ihre gesammelten Eindrücke in Form von Fotos, die während der Tour auf Facebook und im Blog hochgeladen wurden, an Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) überreichen. Online haben inzwischen 1450 Nutzer versprochen, zu wählen. Damit niemand seine Chance verpasst, versenden die "Wahlwecker" auf Wunsch SMS.

Einige Parteien werben verstärkt für die Briefwahl. "Sonntags auch immer hundemüde?", steht auf Flyern der SPD. Der Ratschlag: "Mach Briefwahl und schlaf aus!" Auch die Grünen haben ein Postkartenmotiv, bei dem die Briefwahl für Anfänger erklärt wird. Der Jugendverband der Linken hat ein spezielles Jugendwahlprogramm aufgestellt. Die CDU ist eher zurückhaltend mit derartigen Kampagnen. Die Partei war 2011 dagegen, das Wahlalter herabzusetzen.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat Humor bewiesen und mit Schülern über die Wahlbeteiligung der Erstwähler gewettet. Falls die Beteiligung höher ist als die in den anderen Altersgruppen und Woidke so verliert, lädt er zur Grillparty ein.

Bei der Juniorwahl kann der Nachwuchs schon ab der siebenten Klasse den Gang zur Wahlurne proben. "Oft weicht die Meinung der Schüler gar nicht so sehr von den tatsächlichen Wahlergebnissen ab", sagt Sprecherin Anja Rütenik. Der Soziologe Klaus Hurrelmann behauptet sogar, die Jugendlichen seien die "Trendsetter" des politischen Systems. Sie interessieren sich heute vor allem für die Themen Arbeitslosigkeit und Umweltschutz und sind eher konservativ eingestellt. Das zeigen auch die Ergebnisse der parallel zur Europawahl durchgeführten Juniorwahl und auch die der U18-Wahl, einem ähnlichen Projekt, bei dem die CDU - wie bei der echten Wahl - siegte.

Aktuell beteiligen sich 104 Brandenburger Schulen an der Juniorwahl. Interessant sind die Daten vor allem für Politikwissenschaftler und Soziologen. Außerdem werden die Ergebnisse auf Lehrerkonferenzen und Sozialausschüssen diskutiert. Sie bilden die Grundlage für neue Kinder- und Jugendprojekte.

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