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Daniela Windolff 19.04.2010 21:06 Uhr
Red. Uckermark, Uckermark

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„Korfu“ in Schutt und Asche

Angermünde (moz) Ein Fluch scheint auf dem Gebäude zu liegen. In der Nacht zum Montag brannte das griechische Restaurant Korfu am Schwedter Tor bis auf die Grundmauern ab. Es ist das zweite Mal innerhalb von nur fünf Jahren. Bis zum Morgen waren die Angermünder Feuerwehrleute im Einsatz, um ein Übergreifen der Flammen auf das benachbarte Wohnhaus zu verhindern. Propangasflaschen im Brandhaus machten den Einsatz für die Kameraden lebensgefährlich.

  Nur noch Schutt und Asche: In der Nacht zum Montag brannte das griechische Restaurant „Korfu“ völlig nieder. Die Angermünder Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf das unmittelbar angrenzende Wohnhaus verhindern. © Oliver Voigt

Entsetzen ist auf den Gesichtern der Nachbarn zu lesen. Noch steigen Qualmschwaden aus den verkohlten Resten, was einmal ein Restaurant gewesen war. Das griechische Restaurant Korfu gibt es nicht mehr. Es brannte in der Nacht zum Montag bis auf die Grundmauern ab. „Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu!“, schüttelt eine Passantin den Kopf. Im Oktober 2005 brannte genau an dieser Stelle schon einmal ein griechisches Restaurant ab.

Im Nachbarhaus, nur einen Steinwurf vom Restaurant entfernt, wohnt Familie Papendorf, Eigentümer des Grundstückes und Gebäudes. Sie können den Alptraum der Nacht noch immer nicht fassen. „Mein Lebensgefährte hat nachts kurz vor zwei Uhr ein komisches Knistern und Knacken gehört und dann aus dem Fenster die Flammen gesehen, die schon aus dem Dach der Gaststätte loderten“, berichtet Judith Papendorf mit zitternder Stimme. Ihr Mann weckte sofort die Familie und alarmierte die Feuerwehr. Das Schlafzimmer und Kinderzimmer liegen am Giebel zur Gaststätte hin. Die Flammen drohten, auf das Wohnhaus überzugreifen. „Wir mussten sofort das Haus verlassen, konnten gerade noch Jacken und Mützen schnappen.“

Während die Kinder im Polizeiauto aufgenommen wurden, mussten die Erwachsenen bis morgens um vier Uhr auf der benachbarten Wiese ausharren und mit ansehen, wie das Haus niederbrannte. „Niemand hat sich um uns gekümmert“, sagt Judith Papendorf sichtlich erschüttert. Ihre Mutter stand unter Schock. Eine Nachbarin bot Unterstützung an. Eine Freundin der Familie kam extra aus Schwedt, um zu helfen. „Da kommen doch alle Erinnerungen vom ersten Mal wieder hoch!“

Um 1.58 Uhr ging der Alarm bei der Angermünder Feuerwehr ein, die Minuten später mit 24 Kameraden anrückte. „Als wir ankamen, war der Dachstuhl schon komplett durchgebrannt. Wir hatten zu kämpfen, dass das Feuer nicht auf das Nachbarhaus übergreift. Das Brandgebäude selbst war nicht mehr zu retten“, erklärt Roland Adam, stellvertretender Stadtbrandmeister. Der nächtliche Einsatz war für die Feuerwehrleute sehr gefährlich. „Strom und Gas waren noch nicht abgeschaltet, außerdem befanden sich Propangasflaschen in dem Gebäude. Die Inneneinrichtung, die völlig verschmorte, setzte Schadstoffe frei“, sagt Roland Adam, der auch schon 2005 bei dem Großbrand der Gaststätte im Einsatz war. Das damalige zweistöckige Fachwerkgebäude brannte mit noch größeren Flammen total nieder.

Bis Montagmorgen um 6 Uhr dauerte dieses Mal der Löscheinsatz und auch tagsüber musste die Feuerwehr immer wieder kleinere Glutnester im Schutt bekämpfen. Am Morgen erst ist das ganze Ausmaß der Brandkatastrophe ersichtlich. Zum Glück stand die Wohnung in dem Gebäude leer. Dort wohnten die griechischen Gastwirte, die vor Kurzem ausgezogen waren. Polizisten der Angermünder Wache sicherten den Brandort vor unbefugten Zutritten.

Die verkohlten Balken waren am Montag Gesprächsthema Nummer eins in Angermünde. Von Brandstiftung wird gemunkelt. Gerüchte von einer bevorstehenden Schließung des Restaurants, Mietschulden und Nachbarschaftsstreit machen die Runde.

Licht ins Dunkel versuchen nun die Spezialisten der Kriminaltechnik des Landeskriminalamtes Eberswalde und des Schutzbereiches Uckermark zu bringen, die in Schutt und Asche akribisch nach der Brandursache fahnden, Zeugen befragen und wie ein Puzzle zusammenfügen, was in der Nacht tatsächlich geschah. „Für irgendwelche Aussagen zur Brandursache ist es noch viel zu früh. Wir ermitteln noch und schließen nichts aus“, sagt Ingo Heese, Leiter der Polizeiwache Angermünde.

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